Kinder einpacken im Winter

Blog Gastartikel: Familianistas

26.Jan 2018
Deutsch

Gastbloggerin Andrea vom Blog Familianistas über den Winter! Die Zeit für Schneeballschlachten, Schlittenfahrten und gerötete Kinderbacken – und für ganz viele Kleiderschichten, in die wir unsere Kleinen jetzt wickeln müssen. Leider.

Kinder einpacken im Winter

Foto: Shutterstock

Momentan muss ich den Familien-Wecker eine halbe Stunde früher stellen. Nicht, weil ich etwa noch meine morgendlichen Yoga-Übungen machen muss, oder die Zeitung lese, sondern weil ich dieses Zeitenplus brauche, um meinen Dreijährigen winterfest anzuziehen. Und das dauert rund dreißig Minuten.

Dreißig Minuten, um dem kleinen Wirbelwind zuerst mit den Windeln, Strumpfhosen, Unterleibchen, langem T-Shirt, Pullover, Hosen, und nach dem Zähneputzen mit Daunenjacke, Mütze, Schal und Handschuhen durch die Wohnung hinterherzurennen. Ihm diese Dinge der Reihe nach unter lautem Gebrüll überzuziehen, während es, wohlgemerkt, draußen noch stockdunkel ist. Eine absurde Szene. Auch, wenn der Kleine das Anziehen prinzipiell zu jeder Jahreszeit als „das Letzte“ empfindet – im Winter wird die ganze Sache leider noch um einiges schwieriger, weil es dann sehr viele Dinge mehr sind, die er anziehen muss.
 

Kugel auf zwei Beinen

Eine halbe Stunde und ein Schweißausbruch meinerseits später, verlasse ich mit dem kleinen Hitzkopf schließlich das Haus. Im besten Fall hat er sich spätestens an der Busstation von den Anziehstrapazen erholt und schluchzt nur noch ab und zu. Jetzt nervt ihn aber, dass er es kaum schafft, auf den Sessel im Bus zu hieven. Da ist so viel Stoff und Wärmeisolation um ihn herum, die ihn daran hindert, sich frei zu bewegen. Es muss sich so anfühlen, als wenn man als Erwachsener so ein gepolstertes Sumo-Gewand trägt! Auch mein Kleiner sieht aus, wie eine bemützte und dick eingepackte Kugel auf zwei Beinen. Wie ein kleines Pokémon! So süß wie es ausschaut, so anstrengend ist es dann, ihm die vielen Schichten kurze Zeit später in der Kita wieder abzustreifen. So vergehen weitere zehn Minuten mit dem Abziehen, bevor der Kleine endlich in den morgendlichen Kinderkreis sitzen kann. Geschafft – fürs Erste! Weil am Abend, wenn ich ihn abhole und für den Heimweg einpacken muss, wiederholt sich das Ganze ja nochmals.

 

Bitte Kappe anziehen!

Immerhin, mein Großer ist neun Jahre alt und zieht sich morgens selber an. Zumindest die Grundausstattung. Was die Winter-Extras, wie Mütze und Handschuhe betrifft, sind auch bei ihm immer wieder Diskussionen nötig. Zum Beispiel, wenn er nämlich behauptet, ihn friere es ohne Kappe bei Minustemperaturen üüüüüberhaupt nicht an den Ohren und Handschuhe bräuchte er auch auf dem Fahrrad nicht, weil das ja voll uncool ist. Schlussendlich rauscht er dann meistens weder mit dem einem, noch dem anderen aus dem Haus. Und ich lasse es einfach zu. Einerseits, weil er alt genug ist, um sein Kälteempfinden einzuschätzen und die Folgen zu tragen – und anderseits, weil ich dann gerade damit beschäftigt bin, dem Kleinen mit seinen Kleidern nachzurennen. 

Sende diese Seite an einen Freund