Kindererziehung: Wie viel Höflichkeit muss sein?

Blog Gastartikel Die Kleine Botin

29.Apr 2017
Deutsch

Unsere neue Gastautorin Daniela vom Blog Die Kleine Botin erklärt uns heute, warum ihre Kinder nicht „Bitte“ und „Danke“ sagen müssen. Wir sind neugierig, wie handhabt ihr mit der Kindererziehung? Und wie viel Höflichkeit muss sein? Wie handhabt ihr das mit dem „Bitte“ und „Danke“ in der Kindererziehung? Wir sind gespannt auf eure Meinungen?

Kindererziehung: Wie viel Höflichkeit muss sein?

Fotos: © Die Kleine Botin

Die Situation in meiner Kindheit war so oft dieselbe: Wir waren in einem Geschäft oder ähnlichem. Alle so: "Sag Grüß-Gott!" "Sag Bitte!" "Sag Danke!" - Wenn ich jetzt daran denke, dann fühle ich mich immer noch schlecht, ja regelrecht erwischt dabei, etwas vergessen zu haben....

Muss ein Kleinkind "höflich" sein?

Ich sage NEIN. Es muss nicht. Ich möchte meine Kinder nicht ermahnen und sie damit täglich mehrmals bloßstellen. Ich möchte ihnen nicht unterstellen, dass sie die gesellschaftlichen Regeln nicht verstehen wollen oder können. Viel wichtiger ist mir das Vorleben. Ich will auch nicht zu JEDEM IMMER höflich sein. Es gibt sie einfach, die Tage an denen alles schief ist und ich eben nicht Friede-Freude-Eierkuchen versprühen kann und will. An solchen Tagen plagt mich dann aber das schlechte Gewissen, weil ich eben nicht super-höflich-bitte-danke geheuchelt habe. Dieses komisch-schlechte Gefühl möchte ich meinen Kindern ersparen.

"Wie heißt das Zauberwort?"

Kindererziehung: Wie viel Höflichkeit muss sein?

Kaum jemand von uns wird diesen markigen Spruch nicht aus der eigenen Kindheit kennen. Brav und artig sein und den Ansprüchen von Erwachsenen gehorsam Folge zu leisten, kann demütigend sein. Kinder, die permanent zum Höflichsein angehalten werden, fühlen sich minderwertig und machen in ihrer Wahrnehmung etwas falsch. Ich springe ein, beispielsweise, wenn die Kinder etwas geschenkt bekommen und bedanke mich! Nicht selten sagen sie es dann auch von sich aus!

Ich bin mir sicher, dass Kinder das Gespür sehr gut von selber entwickeln, wann es gut und richtig ist, "Bitte" und "Danke" zu sagen. Ich bin mir nicht nur sicher, ich erlebe das jeden Tag. Hier fällt ein DANKE immer wieder auch in scheinbar banalen Situationen, nach dem Kochen oder nachdem ich einen kleinen Zeitwunsch ("nur noch eiiiiiine" Geschichte) erfüllt habe.

Ein Kind mit zwei bis drei Jahren, das die ersten Sätze spricht, wird auch die Worte "Bitte" "Danke" lernen und deren Einsatz. Und zwar ohne dass man mit Essen oder Geschenken vor dem Gesicht fuchteln und auf klatschende Händchen bestehen muss. So wie wir den Umgang miteinander im engsten Familien- und Freundeskreis leben, so lernen Kinder es. Für sie ist das richtig, was wir als Eltern vorleben. Wir sind bis sie etwa 10 sind das einzig gültige Vorbild, das erstrebenswerte und somit absolut prägend.

Worte und Werte von uns 1:1 übernommen..... wenn es uns gelingt, den Umgang wertschätzend und auf Augenhöhe mit unseren Mitmenschen vorzuleben, dann ist viel getan.

Lieber einmal mehr ein ehrliches DANKE, so kann viel vom Gefühl der echten Dankbarkeit mitgegeben werden!

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