Kinderlieder – Vorsicht Ohrwurm!

Blog Gastartikel Stadt, Land, Mama

23.Apr 2017
Deutsch

Gasbloggerin Katharina vom Blog Stadt, Land, Mama schreibt in dieser Kolumne über die Spuren, die Kinder hinterlassen. Wir könnten ihr gar nicht mehr zustimmen. Unbedingt Lesen!

Kinderlieder – Vorsicht Ohrwurm!

Foto: Shutterstock 

Spuren, die Kinder hinterlassen...

Da ist es wieder. Ich liege still im Bett, versuche eigentlich zu schlafen. Ein Blick auf den Wecker: 23.45 Uhr. Ich wälze mich herum und plötzlich schleicht es in mein Ohr. „Aramsamsam, Aramsamsam, Guli, Guli, Guli, Aramsamsam.“ Meine absolute Horror-Melodie, für mich das schlimmste Kinderlied aller Zeiten. Doch mein Sohn liebt es. Und zwar abgöttisch. Begeistert wirft er jedes Mal die Arme nach oben, wenn seine Schwester weiter im Text „Arabi, Arabi“ singt. Diese unsinnigen Zeilen haben sich tief in mein Bewusstsein gebrannt. Und zwar so tief, dass sie mir nicht nur den nächtlichen Schlaf rauben - ich summe es an der Supermarktkasse, pfeife es beim Spazierengehen. Kinder hinterlassen eben Spuren. Ob körperlich (jeder, der mehr als 10 Kilo in einer Schwangerschaft zugenommen hat, weiß wovon ich spreche) oder eben mental.

Nur so lässt sich erklären, stillende Mütter plötzlich kein vernünftiges Gespräch mehr führen können oder warum einst schicke Business-Frauen plötzlich eine Vorliebe für Funktionsjacken entwickeln. Ich erlebte das neulich so: Ich fuhr mit dem Auto durch die Gegend, als ich plötzlich gegen die Fensterscheibe tippte und aufgeregt rief: „Ohhhhh, eine Kehrmaschine“. Dumm nur, dass ich alleine im Auto saß. Oder: Als ich diese Woche eilig zu einem Job-Termin musste, schnappte ich einen Fruchtriegel und steckte ihn in die Jackentasche – das Handy aber ließ ich liegen. Eine Freundin erzählte mir gerade, dass sie abends bemerkte, dass sie den ganzen Tag mit einem angekauten Milchbrötchen in der Kapuze herumgelaufen war.

Die größte Spur hinterlassen Kinder aber in unserem Herzen. Eine tiefere, bedingungslosere Liebe als zu seinem Kind kann ein Mensch wohl kaum spüren. Das ist eine wunderschöne Erfahrung, die das ganze Leben auf den Kopf stellt. Und es gibt sie ganz umsonst - man muss eben nur ein paar Aramsamsams aushalten…

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