Kindliche Wutausbrüche

Blog Gastartikel Familianistas

27.Sep 2017
Deutsch

Ein Spaghetti-Teller, der auf der Tapete landet oder ein brüllendes Kind auf dem Supermarkt Boden. Wutausbrüche beim Kind kennen wohl alle Mamas. Auch unsere Gastblogger Familianistas aus der Schweiz können ein Lied davon singen…

Kindliche Wutausbrüche

Foto: Shuttetstock 

Letzthin beim Abendessen. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce, alle waren happy. Na ja, zumindest bis zum Zeitpunkt, als ich böse Mama es wagte, unserem Dreijährigen seine Nudeln mit dem Messer zu zerkleinern. Dies so nebenbei, weil man das bei kleinen Menschen ja netterweise so macht. Leider hat unser Jüngster meine gutgemeinte Hilfe als persönlichen Angriff verstanden. Und ist total ausgerastet. „Nein! Nicht zerschneideeeeeen!“, hat er geschrien, sein Plastikbesteck zu Boden geworfen, sich sein Lätzchen vom Hals gezerrt, wütend vom Tripp-Trapp-Stuhl runter und lamentierend und mit rotem Kopf in sein Zimmer gerannt. Das obligate Türe-Schletzen ließ auch nicht lange auf sich warten.

Zurück am Tisch blieb konsterniertes Schweigen. Der Große und ich schauten uns an und wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten, während der Kleine im Kinderzimmer hörbar weitertobte und seine Spielsachen durchs Zimmer pfefferte. „Ich glaube, er wollte seine Spaghetti einfach selber schneiden“, meinte mein Großer leise. „Wieso sagt er das denn nicht einfach?“, seufzte ich daraufhin – und schaute nach dem Tobenden.

Wutausbrüche bei kleinen Kindern gehören zum Alltag wie das Windelwechseln. Und dennoch bin immer wieder aufs Neue ratlos, wie ich am besten darauf reagieren soll. Weil es manchmal aus Erwachsenensicht nicht nachvollziehbare Auslöser sind, wie etwa, als der Kleine in aller Ernsthaftigkeit ein Glacé zum Frühstück verlangte. Und auch nach allen Erklärungen, nicht einsehen wollte, weshalb es am Morgen ein Müsli und kein Eis gibt. Wahrscheinlich auch aus dem Grund, weil ich ein paar Tage zuvor den morgendlichen Wunsch nach einem Sirup „ausnahmsweise!“ nachgegeben habe. Weil ich an diesem Morgen einfach keinen Bock auf Streit hatte.

Das Ding ist: Wie soll ein dreijähriger Verstand kapieren, dass Sirup „ausnahmsweise!“ okay ist, ein Eis hingegen nicht? Sein Unverständnis zeigte sich erneut in einem Wutausbruch. Türeschletzen inklusive. Es ist und bleibt tricky, wie wir die Ausbrüche unseres Jüngsten handeln. Unter anderem, weil der ältere Sohn die nie in diesem Ausmaß gehabt hat. Fakt ist: Wie so ein Ausbruch verläuft, ist immer stark von meinem eigenen momentanen Gemütszustand abhängig. 

Sende diese Seite an einen Freund