Kleine Bäuche, große Bäuche – Kommentare zum Babybauch

Blog Gastartikel Von Guten Eltern

26.Apr 2017
Deutsch

Unsere Gastautorin Anja vom Familienblog Von Guten Eltern ist derzeit schwanger. In ihrer Kolumne widmet sich heute einem Thema, mit dem wohl jede Mama in Spe früher oder später konfrontiert wird: Kommentare zum Babybauch.

Kleine Bäuche, große Bäuche – Kommentare zum Babybauch

Wenn man nach den ersten Monaten dann endlich sichtbar schwanger ist, fängt es an: das Kommentieren. Wahlweise ist die Kugel, die man vor sich herschiebt, zu klein oder zu groß. Da werden Zwillinge reininterpretiert oder es wird vermutet, dass es ja noch lange dauern wird, selbst wenn man bereits kurz vor dem Geburtstermin ist. Sogar das Geschlecht lässt sich angeblich aus der Bauchform ableiten. So wissen zum Teil fremde Leute, dass der eher spitz zulaufende Bauch natürlich auf einen Jungen hinweisen muss. Die Thesen und Vermutungen gehen in alle Richtungen.

Manchmal kann das als Schwangere wirklich anstrengend sein. Dabei ist es ja meist gar nicht so, dass man nicht über die Schwangerschaft reden möchte. Aber vielleicht möchte man lieber erzählen, wie wundervoll die kleinen Stupser und Tritte im Bauch sich anfühlen, als sich darüber Gedanken zu machen, dass der „bereits jetzt schon riesige Bauch“ ja ein schweres Kind und damit automatisch eine anstrengendere Geburt bedeuten müsse. Man möchte lieber gefragt werden, wie es einem geht, statt von anderen gesagt zu bekommen, dass es ja erst noch so richtig beschwerlich werden wird, wenn der Bauch in dem Tempo weiter wächst.

Es gibt große Bäuche und kleine Bäuche genauso wie es größere und kleinere Babys gibt. Und auch später, als Kinder und Erwachsene, unterscheiden wir uns doch äußerlich und innerlich alle deutlich voneinander. Und genau diese Vielfalt ist doch schön. Jede Schwangere trägt ein kleines großes Wunder in ihrem Bauch, ganz egal welche Größe und Form dieser gerade hat. Auch das Gefühl bezüglich des wachsenden Bauchs empfindet jede Frau unterschiedlich. Die eine trägt ihre Kugel von Anfang an mit Stolz vor sich her, die andere braucht einfach etwas Zeit, um sich mit den ja wirklich gravierenden Veränderungen ihres Körpers anzufreunden. Gerade wenn das Annehmen nicht so leicht fällt, können die zum Teil bewertenden Kommentare besonders irritierend oder sogar als verletzend empfunden werden. Auch wenn man sich vielleicht als Außenstehender einfach darüber freut, eine Schwangere zu sehen, sollte achtsam damit umgegangen werden, was gesagt wird. Die Schwangerschaft ist generell mit einer erhöhten Sensibilität verbunden und so kann der Hinweis auf den „noch so kleinen Bauch“ vielleicht auch Ängste oder Sorgen bei der Schwangeren auslösen. Es sind Sorgen, die in der Regel ganz unbegründet sind, denn die Vielfalt der Bäuche mit einem Baby darin ist riesig.

Achtsamkeit im Umgang mit diesem Thema ist übrigens auch nach der Geburt eine gute Idee, denn da geht es oft nahtlos weiter mit den Bauchkommentaren. In den meisten Fällen ist dieser nicht wenige Tage nach der Geburt sofort wieder komplett verschwunden und gibt alsbald wieder Raum für Spekulationen. So wird sogar gerne mal gemutmaßt, dass man bereits wenige Wochen nach der Geburt erneut schwanger sei. Auch hier gilt also: mehr aufrichtiges Nachfragen, wie es der Mutter geht, ist viel angenehmer als wertende Kommentare und wilde Spekulationen rund um den Bauch.

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