Länder und ihre Sitten: Mexico

Traditionen und Aberglaube rund um die Geburt des Babys

05.März 2018
Deutsch

Mexico ist eines der farbenfrohen Länder Zentral- und Nordamerikas. Der Name des Landes soll auf den Kriegsgott Mexitli der Nahuatl zurückgehen. Weltweit liegt Mexico mit einer Bevölkerungszahl von über 120 Millionen Menschen auf Platz elf und ist das einwohnerreichste spanischsprachige Land. Ein Teil der Bewohner stammt ursprünglich von Stämmen der Azteken, Maya, Zapoteken, Mixteken oder Otomí ab. Die Klimazonen reichen von subtropisch bis tropisch. Für Mitteleuropäer ist es ein beliebtes Reiseziel. Aber hast du gewusst, welche mexikanischen Traditionen es in Sachen Schwangerschaft und Niederkunft gibt? Familienfreundlich geht es dort allemal zu. Wenn auch ein wenig gespickt mit Aberglauben.
 

Länder und ihre Sitten: Mexico

Fotos: Shutterstock

Abuelitas: die Geburtshelferinnen

Vielfältige Unterstützung rund um die Geburt eines Kindes ist in der lateinamerikanischen Kultur ein zentrales Element. Das bedeutet, dass vor allem erfahrene Frauen aus dem Kreis der Familie der Schwangeren und frischgebackenen Mama mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die „Abuelitas“ sind die „kleinen Großmütter“, die als Geburtshelferinnen und Stillberaterinnen traditionelle Gepflogenheiten an die nächsten Generationen weitergeben. Von neuen Trends rund ums Baby sind sie kaum zu überzeugen. Auch medizinischen Empfehlungen, die ihre Traditionen ersetzen sollen, stehen sie eher skeptisch gegenüber. Jungmamas haben es da nicht immer einfach, neue Wege zu beschreiten.

Länder und ihre Sitten: Mexico

Rebozo: der traditionelle Schal

Dieses Tuch hat es in sich, denn es wird in Mexico multifunktional getragen und verwendet. Es spielt auch während der Geburt eine große Rolle. Dabei wird es zur Wehenunterstützung und Schmerzlinderung eingesetzt. Die Geburtshelfer halten mit Hilfe des „Rebozo“ das Gewicht der Gebärenden, sodass deren Hüftmuskulatur entlastet wird. Selbst die Geburtslage des Babys kann mit dem Schal optimiert werden. Diese Technik findet langsam ihren Weg zu Geburtenstationen rund um den Globus. Die traditionelle mexikanische Webart des Textils macht den Schal unverwüstlich. Deshalb wird er nach der Geburt ganz einfach zum Tragetuch.

 

Aberglaube rund um die Schwangerschaft in Mexico

  • Wenn der Mutter während der Schwangerschaft oft übel ist, wird ihr Baby mit vollem Haar zur Welt kommen. So der Aberglaube in Mexico
     
  • Schwangere sollen sich lieber nicht der Sonne aussetzen, oder gar neben einem Feuer stehen. Denn starke Hitze könne die Plazenta verbrennen, und das Ungeborene durch die hohe Temperatur irritieren.
     
  • Wie auch in anderen lateinamerikanischen Ländern teilen die Menschen in Mexico die Ansicht, dass eine schwangere Frau ihren Essgelüsten unbedingt nachgeben sollte. Andernfalls wird das Kind mit einem Leberfleck geboren. Und der würde die Form jenes Lebensmittels annehmen, worauf die Mama in spe am meisten Lust verspürt hatte.
     
  • In jedem Fall wird die Schwangere angehalten, Bäder ausschließlich in Warmwasser zu nehmen. Denn kaltes Wasser soll die Knochen und Gelenke des Beckens steif machen. Das würde zu starken Schmerzen während der Geburt führen, oder den Geburtsvorgang unnötig verlängern und erschweren. Heiße Bäder hingegen sollen Krampfadern und Kreislaufprobleme verursachen.
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