Länder und ihre Sitten in Sachen Babys: Indien

Dies sind die Feste rund um Baby und Geburt

04.Sep 2017
Deutsch

Länder und ihre Sitten: Wie feiert man eine Baby Shower in Indien? Und welche Rituale gibt es sonst noch so in Sachen Babys? Indien gilt mit über 1.320 Millionen Einwohner als eines der buntesten und interessantesten Länder dieser Erde. Auch wenn der Hinduismus in Indien als religiöse Orientierung dominant erscheint – mit zahlreichen Provinzen sind auch alle möglichen Religionen vertreten. Entsprechend dem unterschiedlichen Bildungsniveau und je nachdem, wie westlich orientiert die Familie ist, desto vielfältig auch die Traditionen und Feste rund um die Geburt.

 

Länder und ihre Sitten in Sachen Babys: Indien Fotos: Shutterstock

Die Baby Shower in Indien

Die indische Baby Shower heisst im Vielgötterglauben des Hinduismus Godh bharai. In Hindi heißt das so viel wie 'Fülle den Schoß mit Überfluss'. In Bengalen wird das Fest Shaad genannt, in Kerala, Seemandham und in Tamil Nadu Valakappu. Am Ende des 7. Schwangerschaftsmonats erhält die Mama in spe bei dieser Gelegenheit neue Kleidung und Schmuck von anderen verheirateten Frauen und Müttern.

Indien – dies sind die Feste rund um Baby und Geburt 

  • Jātakarman – Das Neugeborene

Das erste Ritual um das Baby wird gleich nach der Geburt durchgeführt und soll die Bindung zum Vater des Neugeborenen vertiefen. Es ist ein vedisches also streng religiöses und indisches Ritual, wobei der Vater dem Kind zur Begrüßung Honig und Ghee (Butterschmalz) auf die Lippen aufträgt.

  • Karṇavedha – Ohrlöcher stechen

Kurz nach der Geburt werden indischen Mädchen in einem feierlichen Ritual Ohrlöcher gestochen. Sie erhalten goldene Ohrringe, meistens vom Bruder der Mutter. Dadurch soll das Kind vor Krankheiten und schlechten Einflüssen geschützt werden. Außerdem soll dieses Ritual das spirituelle Ohr öffnen: Durch das Stechen der Ohrlöcher kann das Kind heilige, kosmischen Klänge empfangen. 

  • Nāmakaraṇa – Die Namensgebung

Bei den meisten Festen zu Babys Ankunft geht es darum, Verwandte und Freunde mit traditionellen Speisen zu versorgen. Gemeinsam wird dann in mehreren Tempeln und Gebetsstätten den Göttern für das Geschenk des Kindes gedankt. Und einst wurden Priester gebeten, dem Kind einen passenden Namen zu geben. Heute wählen die Eltern einen Namen, der dann rituell dem Kind - wie bei einer Taufe - übergeben wird. Das geschieht etwa am 12. Tag nach der Geburt.

  • Niṣkramaṇa – Begrüßung der Sonne

Bei diesem ebenfalls vedischen Ritual, das gewöhnlich nach dem vierten Monat stattfindet, wird das Baby der Sonne gezeigt. Die Mutter streut trockene Reiskörner über das Kind und der Vater hält es in die Sonne.

Länder und ihre Sitten in Sachen Babys: Indien

  • Annaprāśana – Das Ritual der festen Nahrung

Zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat wird dem Baby in einem Tempel zum ersten Mal feste Nahrung zugeführt. Traditioneller Weise ist das gekochter Reis. Deshalb heißt das Ritual auch „Erster Reis“. Ähnlich wie in China, werden dem Kind spielerisch Gegenstände wie Bücher, Schmuck oder Schreibgeräte gezeigt. Je nachdem wonach es greift, soll es seine Interessen für die Zukunft bezeichnen.

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