Lebensmittel-Check bei Sodbrennen

Schwangerschaft: rasch und mit wenigen Kniffen den Magen beruhigen

27.Sep 2018
Deutsch

Sodbrennen wird an sich als Beschwerde eingestuft und nicht als Krankheit. Tritt es in der Schwangerschaft allerdings ständig auf, solltest du unbedingt deine Gewohnheiten abändern. Denn dann ist der Schließmuskel (Ösophagussphinkter) zwischen Bauch und Speiseröhre geschwächt. Und deshalb steigt das bisweilen schmerzhafte Druckgefühl im Brustkorb. Leichter gesagt als getan – wer kann schon von heute auf morgen alles auf den Kopf stellen?

Lebensmittel-Check bei Sodbrennen

Foto: Shutterstock

Aber glaub uns, es lohnt sich! Deine Ernährungsgewohnheiten solltest du bei lästigem Magenbrennen rasch ummodeln. Im Zweifelsfall ist natürlich wichtig, jede Neuerung mit deinem Arzt abzuklären. Jedenfalls zählt zu den wichtigsten Geboten: prinzipiell deftige Speisen vermeiden, bewusst langsam essen und gründlich kauen. Anstelle eines Nickerchens empfiehlt sich außerdem ein kleiner Spaziergang. Das hilft vor allem, wenn du durch das Baby einige Pfunde über dem Durchschnitt zugelegt hast. Schon wenig Bewegung kann Wunder wirken, weil damit die Magensäure neutralisiert wird und du dem Rückfluss des Speisebreis in die Speiseröhre (Reflux) so keine Chance gibst.
 

Welche Lebensmittel sich dabei wie auswirken, verraten wir dir hier:

#1 Gewürze

Auch wenn sie für viele Gerichte das gewisse Etwas sind: scharfe Gewürze wie Chilischoten, Currypulver oder Pfeffer solltest du in der Schwangerschaft besser vermeiden. Obwohl ansonsten getrocknete Zutaten besser verträglich sind als frische. Die enthaltenen Scharfstoffe wie Capsaicin, Piperin und Gingerole erhöhen nämlich die Produktion der Magensäure. Das kann Bauchweh, Übelkeit und saures Aufstoßen auslösen.

Grüne Kräuter wie Basilikum, Koriander, Petersilie oder Dill hingegen sind völlig unbedenklich. Überraschend ist, dass die Pfefferminze Sodbrennen verstärken kann, denn sie verringert durch seine Wirkstoffe die Schließkraft des Magenmuskels. Ansonsten hilft die Minze aber bei Verdauungsproblemen.

#2 Gemüse

Tomaten sind zwar super beliebte Häppchen, aber leider sehr säurehaltig. Dasselbe gilt auch für Ketchup.

Hast du einen empfindlichen Darm, dann solltest du auch Broccoli lieber vermeiden. Seine Ballaststoffe kann der Körper nämlich erst im Dickdarm verdauen, wodurch Gase entstehen, die Blähungen verursachen können.
Weißer und schwarzer Rettich, Karotten oder das Superfood Sellerie können hingegen ruhig häufig auf dem Speiseplan stehen.

Fermentierte Lebensmittel sind sozusagen „vorab verdaut“ und liefern zusätzlich Probiotika, die die Darmflora im Gleichgewicht halten. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Vitamin C reiche Sauerkraut. Zimmerwarm und roh genossen zählt es zu den SOS-Tipps bei Sodbrennen. Solltest du zu Blähungen neigen, lieber zur säurebindenden Kartoffel greifen.

Alles in allem gibt es unzählige Mythen, wenn es um die optimale Ernährung in der Schwangerschaft geht. Und ein richtiger Aberglaube ist, dass das Baby dichteres Haar bekommen soll, wenn du unter Sodbrennen leidest. Hach, auf die Art werden Schwangerschaftsleiden regelrecht schön gedacht. Bloß nicht auf diesen albernen Nonsens einsteigen! Stattdessen solltest du lieber einen kühlen Kopf bewahren, viel kohlensäurearmes Wasser trinken, und dich mit Unmengen an magenfreundlichem Superfood eindecken!

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