Legenden, die sich um den Babyschlaf ranken

Gerüchteküche: was erschöpfte Eltern getrost ignorieren können

20.Feb 2019
Deutsch

Unzähligen frischgebackenen Mamas und Papas werden die Ohren mit Tipps und guten Ratschlägen vollgedröhnt. Einiges ist dabei sicher brauchbar und macht Sinn. Manches allerdings, egal wie absurd und abwegig, hält sich hartnäckig und wird stur weiterverbreitet.

Legenden, die sich um den Babyschlaf ranken

Foto: Shutterstock

Ammenmärchen, die seit Jahren oder länger die Runde machen. Derer gibt es zur Genüge, denn so toll es ist, dass es das Internet gibt – werden aber auch kometenhaft so manche Weisheiten abgegeben, die zum Teil völlig veraltet sind. Oder es werden Dinge verbreitet, die einfach nur gut gemeint sind, neu durchmixt oder aufgepeppt werden. Und anschließend als brandneuer Geistesblitz verpackt & eiligst in die Online-Welt gesetzt werden.

Auch was den Babyschlaf anlangt, ranken sich jede Menge Mythen und Legenden drum herum. Wenn du nun in den ersten Wochen nach der Geburt vollkommen erschöpft aus der Wäsche guckst und dich klarer Weise nach ein paar Stunden durchschlafen sehnst, wirst du nicken, denn du weißt was wir meinen. Auf der Suche nach hilfreichen Tipps landest du nämlich blitzschnell in einem Wirrwarr aus Einbahn-Erfahrung, Halbwissen und totalem Quatsch.
Tja, was tun?
 

Hier zur Erleichterung unsere Hitliste über die Top 5 Irrtümer in Sachen Babyschlaf

#1 Babys muss man das Schlafen beibringen

Das ist natürlich vollkommener Unsinn, denn Schlafen ist eine ganz normale Körperfunktion. Babys schlafen schon im Mutterleib von alleine, so wie sie es für ihre Entwicklung benötigen. In den ersten Lebensjahren ändern sich insofern auch die Schlafrhythmen. Diese pendeln sich mit der Zeit ohne jede Einwirkung ein.
 

#2 Wenn du das Baby tagsüber auf Trab hältst, schläft es nachts sicher durch

Tollst du mit dem Nachwuchs ständig herum, wird es nicht müde, sondern aufgekratzt. Was allerdings Sinn macht, ist den Tagesausklang ruhig zu gestalten, und mit Einschlafritualen zu zelebrieren. Schon nach wenigen Wochen erkennt es die Abläufe. Diese Routine gibt dem Baby Sicherheit – und bringt ruhigen Schlaf!
 

#3 Das Baby soll möglichst rasch lernen, alleine einzuschlafen

Nein, das ist keinesfalls eine Zielsetzung, der du nacheifern solltest. Denn so können Trennungsängste entstehen. Dein Kleines braucht Schutz und viel körperliche und emotionale Nähe. Es versteht nicht, warum du es verlässt. Allerdings sollte dein kleiner Schatz gut auf die Nachtruhe vorbereitet werden. Beruhigende Geräusche können da helfen.

Monotone, mechanische Bewegungen wie das Autofahren oder die Ablenkung mit dem Mobile als Einschlafhilfe führen hingegen zu Reizüberflutung und nicht in tief entspannte Schlafphasen.
 

#4 Schläft dein Kind nach einem halben Jahr nicht durch, hat es ein Schlafproblem

Irrtum. Erst ab etwa 2 Lebensjahren kommt es zum regelmäßigen Durchschlafen. Je nach dem Tempo seiner individuellen Meilenstein-Entwicklung, hat dein Baby mal mehr mal weniger Hunger. Es hat noch kein Gespür für Tageszeiten und wacht zum   Trinken auch nachts auf. Das Baby wird auch nicht besser schlafen, wenn du es tagsüber öfter fütterst. Hast du nach dem Stillen die Windel frisch gewechselt aber dein Kleines ist immer noch munter oder weint, kannst du es beruhigen, indem du deine Hand auf den Rücken oder die Brust des Babys legst. Ein Versuch mit dem Schnuller zur Beruhigung kann in so einem Fall auch Wunder wirken!
 

#5 Babys sollten anfangs im Familienbett schlafen

Abgesehen davon, dass Co-Sleeping deine sehr individuelle Entscheidung ist, gibt es auch Babys, die nachts im Bett quer robben. Entgegen der landläufigen Meinung, dass von jedem Säugling die Bettkante als unüberwindbare Grenze wahrgenommen wird, gibt es aber auch jene, die z.B. einfach darüber hinaus purzeln. In einer Wiege oder im Babybett fühlt sich dieser Schlaftyp durch die Begrenzung sicherer – und schläft ruhiger!

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