Mein Baby und die anderen: das gemeinsame Spiel

Q & A zum spielerischen Verhalten und zur Förderung von Kleinkindern

08.Apr 2018
Deutsch

Richtig miteinander spielen können Babys in den ersten beiden Lebensjahren noch nicht.
Das heißt aber nicht, dass Mama-Baby-Treffen keine gute Idee wären. Im Gegenteil. Frischgebackene Mamas finden so zueinander und die Kleinen beginnen schon ab dem 3. Lebensmonat einander zu „beschnuppern“.
Ab dem 9. Monat beginnt dein Kleines andere Kinder nachzuahmen. Vor allem aber auch ältere Geschwisterkinder und deren Verhalten. Babys sind grundsätzlich sozial orientiert und sitzen lieber gemeinsam als alleine auf der Spieldecke im Park. Krabbelgruppen sind deshalb als Einstieg schon mal eine tolle Sache!
 

Mein Baby und die anderen: das gemeinsame Spiel

Foto: Shutterstock

Ab wann findet das gemeinsame Spiel mit anderen Kindern statt?

Erst nach dem dritten Lebensjahr kommen Kleinkinder in die Reife, die sie brauchen, um sich miteinander spielerisch zu beschäftigen. Die Spiel-Intervalle sind zu Beginn eher kurz. Das Interesse an anderen wird mit Neugierde signalisiert: die Suche nach Blick- und Körperkontakt leiten das Spiel ein.
Danach kommt das freiwillige Teilen von Spielsachen oder Knabbereien. Das gehört zu jenen Verhaltensweisen, die ganz typisch für einen ersten Austausch unter Kindern sind. Je nach individuellem Charakter, folgt anschließend das gegenseitige Helfen und Trösten. So beginnen Kleinkinder die ersten Freundschaften zu schließen.
Ein neu hinzukommendes Kind beobachtet das Spiel der Gruppe für eine Weile. Dann beginnt es nachzuahmen, was die anderen tun. Es spielt einfach mit und wird somit in die Gruppe integriert.
Rollenspiele werden allmählich zum festen Bestandteil des Spiels. Denn Kinder spielen, um zu lernen. Jüngere Kinder beschäftigen sich am liebsten mit nur einem Partner. Das Spielen mit mehreren Kindern wird aber mit voranschreitenden Alter immer wichtiger und die Lust zu Gruppenspielen steigert sich ebenfalls stetig bis zum Alter von sieben Jahren.

 

Wie können Eltern das gemeinsame Spiel fördern?

  • Kinder versetzen sich während des Spiels in einen sehr vertieften, fast abwesenden Zustand. Sie verlieren dadurch immer wieder den Kontakt zu ihren Spielpartnern. Abwechselnd wenden sie sich ihren Selbstbeschäftigungen zu, oder suchen Kontakt zu Mama, Papa oder der Betreuungsperson. Deshalb ist das Erneuern der Kontaktaufnahme zu anderen Kindern in einer Gruppe ein Faktor, den Eltern aktiv unterstützen können.
     
  • Natürlich gehört auch das Wegnehmen von Spielsachen zu den frühen Formen des Spiels. In Streitereien sollten Erwachsene aber nur eingreifen, wenn die Sache wirklich ausufert. Dabei sollte auch nicht Partei ergriffen werden. Besser ist es, einfach ein anderes Spielzeug zu holen oder die Kinder für einen kurzen Moment lang abzulenken.
     
  • Eltern müssen nicht ständig Programme oder fertige Spiele für die Kinder bereithalten. Viel spannender ist es für die Kleinen, wenn sie mit älteren Kindern spielen können. Selbst wenn es dabei manchmal etwas ruppig zugeht. Altersgemischte Kontakte sind jedenfalls sehr förderlich. Die Jüngeren lernen von den Älteren, und die Älteren sind stolz darauf, dass sie den Kleinen etwas beibringen können und Vorbilder sind. Dabei festigen sie ihr Können und lernen ein wenig Verantwortung für die Jüngeren zu übernehmen.
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