Mein Luxus als Mama? Alleine duschen!

Blog Gastartikel: Katharina von Stadt Land Mama

25.Jun 2019
Deutsch

Ein Baby stellt das Leben erstmal auf den Kopf und nichts ist mehr so wie früher. Nicht mal die einfachsten Sachen, weiß Katharina von Stadt Land Mama. Alleine duschen zählt da schon als purer Luxus.

Das erste Mal dämmerte mir, dass ab jetzt wirklich alles anders sein würde, als ich um 16 Uhr noch ungeduscht auf dem Sofa saß. Ich stillte mal wieder. Und eigentlich hatte ich auch den ganzen Tag noch nichts anderes getan als zu stillen.
Da saß ich nun, mit hochgeknoteten Haaren und Schlabbershirt, müde und ungewaschen. Ich, die sonst um 7.15 Uhr wohlduftend, mit echter Frisur und Makeup das Haus verlassen hatte. Was war nur mit mir passiert?

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Foto: Shutterstock

Wenn man ein Neugeborenes hat, rücken die eigenen Bedürfnisse erstmal ganz schön in den Hintergrund. Alles dreht sich zunächst um das Baby und darum, dass es ihm gut geht. Manche Kinder haben so ein Nähebedürfnis, dass die Eltern dadurch so gut wie keine Zeit mehr für sich selbst haben.

Was früher ganz normal war, wird plötzlich zur Herausforderung. Die tägliche Dusche? Früher unverzichtbar, heute eine Expresshandlung, wenn das Baby endlich mal kurz schläft. Ein gemütliches Frühstück mit Zeitungslektüre? Mit Säugling ist die Zeit des aufwendigen Kochens mit Vorbereitung eindeutig vorbei. Zumindest lebte ich persönlich tagelang von Marmeladen-Toast und Keksen.

Oder einfach mal schnell noch einkaufen gehen? Das ist auch vorbei. Schließlich ist ganz sicher genau dann die Windel voll, wenn man das Baby gerade im Kinderwagen angeschnallt hat. Also nochmal alles auf Anfang, bevor man mit Schnuffeltuch, Schnullern und Ersatzschnullern bewaffnet endlich mal das Haus verlässt.

Manchmal ist es für uns Eltern nicht leicht zu akzeptieren, dass die Uhren eine Weile anders ticken. Dass das Leben nun ein paar Monate nicht mehr so selbstbestimmt weiter läuft. Aber diese neuen Erfahrungen machen einen auch wieder dankbarer. Denn nichts fühlt sich so gut an wie eine ausgiebige Dusche, wenn der Papa auf das Baby aufpasst. Noch nie zuvor hatte ich die 15 Minuten im Bad so genossen.

Und wenn man dann das erste Mal ohne Baby eine Freundin zum Frühstücken trifft, fühlt sich das wunderschön und seltsam zugleich an. Man saugt dann jede Sekunde auf und erlebt einfach alles viel bewusster.

Und außerdem ist es viel besser für die eigene Seele, sich immer wieder in das Bewusstsein zu rufen, was man alles hat, und so auch weniger daran zu denken, was man nicht mehr hat. Denn mal ganz ehrlich: Wir geben zwar ein Stück Selbstbestimmung ab, bekommen aber dafür das Schönste der ganzen Welt zurück: Die Liebe unseres Kindes.

PS: Eines möchte ich auch noch verraten. Diese erste Phase, in der man so gar nichts schafft, dauert wirklich nicht lange. Also einfach durchhalten und sich an all dem Neuen freuen, denn es gibt tatsächlich kein größeres Glück, als ein Kind zu bekommen.

 

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