Mein Tragebaby und ich

Blog Gastartikel: Mama Rocks

05.Okt 2018
Deutsch

Gastbloggerin Deborah von Mama Rocks erzählt, wie ihr das Tragen so oft das Leben erleichtert. Zumindest beim zweiten Kind. Denn Ihre Große war alles andere als ein Tragebaby.

„Ein Baby will getragen sein“, so lautet ein Buchtitel. Dieser war der einzige Vorsatz, den ich mir in meiner ersten Schwangerschaft nahm. Ich wollte meine Tochter tragen. Den Kinderwagen kaufte ich mir nur für den Notfall. Kinder sind viel zufriedener, wenn sie getragen werden. Schließlich sind wir Menschen dafür gemacht, in den ersten Jahren ganz, ganz viel getragen zu werden. Denn – wie bitteschön – transportierte man Babys vor der Erfindung von Buggys und Co.?

Mein Tragebaby und ich

Foto: Mama rocks

Unzufrieden in der Trage

So viel zur Theorie. Die Praxis gestaltete sich mit meiner Tochter ganz anders. Im ersten Monat habe ich sie noch exklusiv getragen. Doch sie nahm schnell zu. Für meinen – von der Geburt arg strapazierten – Körper war das zu viel. Also legte ich sie öfter in den Kinderwagen. Dort war sie zufrieden. Auch in ihrem Babybett. Oder in der Wippe. Nur in die Tragehilfe wollte sie auf keinen Fall mehr. Da protestierte sie lauthals.

Erst knapp bevor sie 6 Monate alt wurde entdeckte sie ihre Liebe zum Tragen wieder. Und mit neun Monaten wollte sie soviel rumgeschleppt werden, dass ich doch tatsächlich noch eine Trageberatung machte und meine Liebe zum Tuch entdeckte. Zwar akzeptierte sie den Kinderwagen immer, zum Einschlafen musste sie aber lange Zeit auf Mamas Rücken. Erst die fortgeschrittene Schwangerschaft beendete unsere Tragebeziehung größtenteils.
 

Das zweite Kind – ein Vollzeit Tragebaby

Meinen Sohn wollte ich ebenfalls tragen. Zumindest, bis er halbjährig wäre. Ich wollte ihn aber auch mal ins Tagesbett oder in die Wippe legen. So viel zur Theorie. Ich lag auch da wieder falsch. Mein Sohn wollte tatsächlich getragen werden. Und zwar ununterbrochen. Von Geburt an, war er ein richtiges Kuschel- und Tragebaby. Er wollte einfach ununterbrochen bei Mama sein. Ein Bedürfnis, dem Mama noch so gerne nachkam.

Dieses Mal konnte ich mich im Wochenbett richtig gut erholen, da der Papa lange Zeit zu Hause blieb. Ich kuschelte, trug meinen Sohn jeden Tag und konnte meine Muskeln langsam an dessen steigendes Gewicht anpassen. Ich behaupte ja mal, dass eine gewisse Grundfitness noch vorhanden war, als ich meine Tochter regelmäßig rumschleppte.

Inzwischen ist mein Sohn neun Monate alt. Und ich trage ihn immer noch ausschließlich. Nicht, dass ich etwa während der Sommerhitze nicht damit geliebäugelt hätte, ihn in den Kinderwagen zu legen. Aber er mag es noch immer nicht. Müde, schlechte Laune, ein Sprung, Zahnen, krank – kein Problem zu groß, als dass es Mama nicht mit dem Tragetuch beheben könnte.

Klar, manchmal ist es anstrengend. Auch wenn der Kleine eher auf der zierlichen Seite ist. Und ich schwitze manchmal ganz schön. Trotzdem genieße ich jede Sekunde, in der ich meinem Baby so nahe sein kann. Und sogar meine Tochter – die inzwischen fast drei Jahre alt ist – möchte ab und zu mal wieder auf Mamas Rücken kommen. Auch wenn es nur für fünf Minuten ist. 

Übrigens: In der Fremdbetreuung ist der Kleine offenbar total gerne im Kinderwagen. Sachen gibt´s…

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