Milchstau- Was tun?

8 Tipps für eine Erleichterung beim häufigen Stillproblem

08.Jul 2018
Deutsch

Schwierigkeiten beim Stillen können immer wieder auftauchen. In der ersten Stillzeit läuft die Aktivität der Brustdrüsen auf Hochtouren. Die Milchproduktion fließt über, ist spärlich oder kommt noch unregelmäßig. Bis das Neugeborene und du ein eingespieltes Team seid, kann es einige Tage oder auch Wochen dauern. Das ist einfach ein Lernprozess, den du mit Hilfe von Hebamme oder Stillberaterin gut hinbekommst. Die Stillmilch ist ja nicht nur das Lebenselixier für dein Baby. Stillen fördert außerdem eure Bindung (bonding), und soll generell für Mama und Baby ein schönes Erlebnis sein. Wenn sich nun aber schon erste Anzeichen zu einem Milchstau anbahnen, solltest du rasch gegensteuern. Hierzu haben wir einige nützliche Tipps und Infos zur Erleichterung für dich zusammengestellt.

8 Tipps für eine Erleichterung beim häufigen Stillproblem

Foto: Shutterstock

Symptome bei Milchstau - Das sind die typischen Anzeichen:

  • Schmerzen in den Brüsten; das Gewebe spannt und wird druckempfindlich
  • Rote Flecken, Schwellungen rund um die Brustwarzen oder verhärtete Knubbel durch die Verstopfung der Milchdrüsen
  • Das Gefühl als ob sich eine Grippe anbahnt; Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, bis hin zu erhöhter Temperatur und Schüttelfrost

Als erste Ursache wird von Expertinnen immer wieder Stress genannt. Die Brust reagiert sehr sensibel auf belastende Faktoren. Deshalb ist für dich in den ersten Lebenswochen des Babys Ruhe und Rückzug angesagt. 

Ein weiterer Grund kann sein, dass durch enge BHs oder Bügel, aber auch durch Dinge wie dem Autogurt, das Brustgewebe eingeklemmt wird. Wähle darum lieber lockere Kleidung, und lass´ wenn möglich den BH ganz weg.

 

Was du gegen einen beginnenden Milchstau tun kannst:

  • Änderung der Stillposition:Das Baby so anlegen, dass sein Unterkiefer beim Trinken in Richtung der verhärteten Stellen zeigt. Damit saugt es Milch aus der gestauten Zone ab. Versuche über den Tag gleichmäßig an beiden Brüsten zu stillen. So entspannst du alle Bereiche des Brustgewebes.
     
  • Brust ausstreichen: Wenn das Baby zu lange schläft oder nicht trinken mag, sollte die Brust dennoch bis zur Schmerzfreiheit entleert werden. Die richtige Technik lernst du am besten von einer Spezialistin. Wenn nötig, setze der Einfachheit halber eine verstellbare Milchpumpe an. Die abgepumpte Milch kannst du dann im Tiefkühler aufbewahren.
     
  • Es hilft, die Brust beim Stillen im C-Griff zu halten, indem du eine Hand unter die Brust schiebst und den Daumen auf die Brust legst. Ohne Druck, also nicht zu fest.
     
  • Vor allem abends wollen Babys mehrmals und in kurzen Abständen gefüttert werden (Cluster-Feeding). Tupfe die Brustwarzen danach immer trocken, damit keine Keime durch die feinen Risse am Warzenhof eindringen können. Denn im schlimmsten Fall entsteht durch Verunreinigung eine Brustentzündung (Mastitis). Das sollte dann unbedingt durch einen Arzt abgeklärt und behandelt werden.
     
  • Quark-Wickel oder Cool-Tools: Die Kühlung wirkt schmerzlindernd und beim Quark-Wickel zusätzlich entzündungshemmend. Als Alternative empfehlen Hebammen Cool-Tools wie Thermoperlen-Kissen.
     
  • Den Milchfluss kannst du auch naturheilkundlich steuern. Homöopathische Globuli oder Kräuter die milchreduzierend wirken, werden dafür schon lange erfolgreich eingesetzt. Pfefferminze und Salbei sind dabei die Kräuter der Wahl. Aber lass´ dich gut beraten, damit du nicht versehentlich komplett abstillst.
     
  • Taping durch Spezialisten der Kinesiologie liegt aktuell voll im Trend. Dabei wird ein elastisches Baumwollband mit einem hautfreundlichen Kleber an den Brüsten befestigt. Es löst den blockierten Lymphstrom und führt bei Milchstau zu schneller Regenerierung. Taping wirkt sehr rasch schmerzlindernd, wodurch das Stillen nicht unterbrochen werden muss. Im Internet findest du hierfür zahlreiche hilfreiche Anleitungen. Am besten suchst du jedoch eine Physiotherapiepraxis auf, um dabei erstmal auf Nummer sicher zu gehen.
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