Milchüberschuss

Was kann ich tun?

07.Apr 2020
Deutsch

Wenn die Milchproduktion den Durst bzw. Hunger des Babys übersteigt, kann das für die Mutter problematisch werden. Was die Ursache einer zu großen Milchmenge ist, welche Schwierigkeiten auftreten können und welche Hilfe es gegen Milchüberschuss gibt, schauen wir uns hier an.


Foto: Shutterstock

Ursachen des Milchüberschusses (Hyperlaktation oder Hypergalaktie)

Grundsätzlich regelt bei der Milchproduktion die Nachfrage das Angebot. Am Anfang sorgen aber Hormone und auch die Veranlagung der Frau für die Milchmenge, die produziert wird. Darum scheinen Probleme mit zu viel Milch vor allem anfangs aufzutreten. Im Lauf der Stillbeziehung pendelt sich die Produktion in den meisten Fällen auf die Bedürfnisse des Kindes ein. Bei Stillenden mit großen Milchmengen kommt aber häufig noch ein weiteres Problem hinzu: ein (über-)starker Milchspendereflex – die Milch spritzt dem Säugling regelrecht entgegen.

Die übermäßige Milchproduktion kann also hormonell oder genetisch bedingt sein, aber auch „hausgemacht“ sein.
 

Mögliche beeinflussbare Ursachen:

  • zu häufiges Anlegen (z.B. zum Trost, Einschlafen oder aus Angst, das Baby wäre noch hungrig)
  • zusätzliches Abpumpen (z.B. um Vorräte anzulegen oder im einen Milchstau zu behandeln)
  • bestimmte Medikamente und Schilddrüsenstörungen können zu mehr Milch führen

 

Mögliche Probleme bei zu viel Milch

#1 bei der Mutter

  • Milchstau
  • Brustentzündungen
  • wunde Brustwarzen
  • schlechter Schlaf wegen harter Brüste
  • schmerzhafter Milchspendereflex

 

#2 beim Baby

  • häufiges Verschlucken beim Trinken
  • viel und ev. schmerzhafter Stuhlgang
  • übermäßiges Schlucken von Luft, dadurch ev. Bauchweh
  • unruhiges Stillen, weinen beim Stillen
  • vermehrtes Spucken nach dem Trinken
  • möglicherweise zu wenig Gewichtszunahme und/oder Verdauungsstörungen, weil zu viel wässrige Vordermilch getrunken wird

 

Maßnahmen bei Milchüberschuss

(!) Kühle Kompressen zwischen Stillmahlzeiten können Schmerzen lindern.

  • Baby an einer Brust fertig trinken lassen
  • Wenn möglich ev. nur eine Brust über mehrere Stunden geben und die andere bei Beschwerden nur wenig ausstreichen
  • Zurückgelehnt/am Rücken liegend stillen, d.h. Hals und Nacken des Babys liegen höher als die Brustwarze, damit die Milch langsamer fließt
  • Abpumpen oder ausstreichen nur wenn unbedingt nötig (z.B. bei Milchstau)
  • Brust kühlen
  • Ev. Tee (z.B. Salbei) zur Reduktion der Milchmenge trinken
     

Wichtig: alle Maßnahmen sollten mit einem Arzt, einer Ärztin oder einer Stillberaterin besprochen werden!

 

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Quellen:
https://www.still-lexikon.de/zu-viel-milch/
http://www.stillen-institut.com/media/Hypergalaktie-Kaemmerer.pdf

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