Moxibustion im Überblick

Moxa-Therapie vor, während und nach der Geburt

02.Sep 2019
Deutsch

Moxibustion oder Moxa ist eine Methode, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) begründet ist. Die Moxa-Therapie wird heute meist in Shiatsu-Schulen unterrichtet und in Verbindung mit Akupunktur in der Geburtshilfe eingesetzt. Es werden bestimmte Stellen am Körper mit Hitze stimuliert. Dabei wird „Mogusa“, japanisch für getrocknetes und pulverisiertes Beifußkraut, über speziellen Meridianpunkten abgebrannt.
 

Therapie mit Moxakegeln

In der Geburtsvorbereitung wird Moxa traditionell bei einer Beckenendlage (Steißlage) oder Querlage des Babys durchgeführt. Hebammen bieten heute Moxibustion als Ergänzung an. Die Kosten belaufen sich dabei auf etwa 40,- bis 60,- Euro pro Sitzung. Wie viele Behandlungen insgesamt nötig sind, hängt von deiner individuellen Ausgangssituation ab. Dies solltest du vorab mit deinem Arzt abklären.
 

Wir haben die wichtigsten Facts über die Moxibustion vor, während und nach der Geburt in einer Übersicht zusammengefasst:

  • Die TCM besagt, dass Moxa gegen sogenannte „kalte Zustände“ wirkt und den Fluss des „Qi“ (der chinesische Begriff bedeutet Energie, Atmen, Kraft und auch Emotionen) anregt.
     
  • Kinderwunsch wird in der TCM „Shen-Aspekt der lauen Sommernacht“ genannt, wobei der „Wille des Himmels“ das Jing (=Sexualität) von Vater und Mutter vereinigen soll. Bei der Frau wird die Durchblutung der inneren Organe des großen Beckens gefördert und der Eisprung wird stimuliert. Die Verschmelzung von Ei und Samenzelle (über das primäre Ming Men oder Lebenstor), kann demnach mit Moxibustion unterstützt werden. Im Ming Men ist die Erbenergie, das Yuan Qi, verankert.
     
  • Die Gebärmutter wird durch 3 Yin Meridiane versorgt (Leber, Nieren und Milz). Bei einem Leber Qi Stau bewegt sich das Blut im Körper der Schwangeren nicht wie es sollte. Für die Blutversorgung der Mama in spe und des Embryos ist deshalb der freie Leber Qi Fluss sehr wichtig. Dies gilt auch im Hinblick auf die Geburt, denn ein Leber Qi Stau kann diese verlängern und schmerzhafter werden lassen. Die jeweiligen Meridiane Fern-, Quell-, Tonisierungspunkte, usw. werden mittels Akupunktur, Akupressur oder Moxa aktiviert. Das Qi soll immer von der Mutter zum Kind fließen.
     
  • Steigt das Qi im Chong Mai (Milz Meridian, Verbindung der Gebärmutter mit dem Herzen) nach oben, leidet die Schwangere durch die enge Verbindung zum Magen besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten unter Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Durch die Hitze der Moxibustion werden die Nervenenden in der Haut befeuert, was dazu anregt, die Ausschüttung der Schwangerschaftshormone auszugleichen.
     

Wichtig: Damit es keinesfalls zu Verbrennungen durch die Moxazigarre (eine ca. 20cm lange Stange aus geriebenen Beifußkraut) oder den Moxakegel (kleiner, gepresster Kegel aus Beifußkraut) kommt, können Ingwer- oder Knoblauchscheiben zwischen Heißquelle und Haut gelegt werden. Bei indirekter Moxibustion hat die Moxa keinen Kontakt zur Hautoberfläche. Sollten leichte Rötungen entstehen, ist dies beabsichtigt.
 

  • Knapp vor und zu Beginn der Geburt kann bei Beckenendlage Moxibustion eingesetzt werden, um die Rotation des Ungeborenen in die Kopflage zu bewirken. Der Akupunkturpunkt Zhiyin - Blase 67 befindet sich an den kleinen Zehen und die Stimulierung des Punktes soll eine Spontandrehung auslösen. Zusätzlich kommen Akupunktur und Akupressur zum Einsatz.
     
  • Im Wochenbett ist eine Unterstützung von Wundheilung und Rückbildung mit Moxibustion möglich. Sie darf jedoch nicht im Gesicht, am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten durchgeführt werden. Auch bei Fieber, akuten Entzündungen, Schlaflosigkeit oder während der Blutungen, sollte diese Technik nicht angewendet werden.
     

Ob die Moxa-Therapie etwas für dich ist oder nicht, solltest du für dich persönlich entscheiden. Du kannst eine Behandlung, wenn nötig, auch abbrechen. Der Bedarf und die Wirkung der Therapie können sich auch im Schwangerschaftsverlauf ändern. Wichtig ist, dass du bei deinen Entscheidungen immer den Eindruck hast, in deiner Selbstbestimmung zu sein.
 

Was du selbst machen kannst, um dein Wohlbefinden zu steigern sind verschiedenste Achtsamkeitsübungen. Mehr darüber in diesem Gastartikel von Tina.

 

Foto: Shutterstock 

Sende diese Seite an einen Freund