Muttermilch auf Vorrat

Muttermilch abpumpen, aufbewahren, auftauen und erwärmen

10.März 2020
Deutsch

Muttermilch ist kostbar und ein wertvoller „Gesundheitsbooster“ für dein Kind. Um flexibler zu sein oder auf Notfälle wie Krankheiten mit Medikament-Einnahme vorbereitet zu sein, lohnt es sich also, etwas auf Vorrat zu haben. Doch wie geht das und worauf muss man achten?


Foto: MAM Babyartikel
 

1. Abpumpen

Milch kann grundsätzlich mit der Hand „ausgestrichen“ werden, viele Stillende bevorzugen aber eine Milchpumpe, mit der die Brust schnell und unkompliziert geleert werden kann. Hier gilt wie beim Stillen: Übung macht die Meisterin! Es ist ganz normal, wenn anfangs nur wenig Milch kommt und auch nicht ungewöhnlich, wenn die Menge von Mal zu Mal schwankt.*
 

2. Aufbewahren

Muttermilch sollte nur in einem sterilen Becher oder Muttermilchbeutel aufbewahrt werden. Wenn z.B. öfter kleine Mengen Milch gesammelt und zusammen aufgehoben werden sollen, muss die frische Milch unbedingt zuerst abgekühlt werden, bevor sie mit der bereits gekühlten Milch vermischt wird.

 

Übersicht: Muttermilch aufbewahren**

bei 15°C

24 Stunden

bei Raumtemperatur

4 Stunden

im Kühlschrank (0–4°C)

bis 3 Tage

Gefrierfach mit separater Tür

3 Monate

 

3. Gefrorene Muttermilch

  1. Gefrorene Muttermilch sieht je nach Zusammensetzung anders aus – eine gelbliche, bräunliche oder bläuliche Färbung ist also nicht ungewöhnlich. Sie kann durch das Einfrieren auch den Geruch und Geschmack verändern.
  2. Am besten in kleinen Portionen von ca. 60–120 ml einfrieren und mit Datum beschriften.
  3. Es ist sinnvoll, erst einmal auszuprobieren, ob dein Kind wieder aufgetaute Milch annimmt.
  4. Richtig auftauen: über Nacht im Kühlschrank oder unter fließendem, immer wärmer werdenden Wasser – nicht bei Raumtemperatur!
  5. Aufgetaute Milch kann weitere 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden
  6. Sie darf aber nicht wieder eingefroren werden!
  7. Erwärmen
    1. Die Milch sollte im Wasserbad langsam erwärmt werden – nicht direkt im Topf erhitzen oder in die Mikrowelle geben. Wertvolle Inhaltsstoffe gehen sonst verloren.
    2. Reste in der Flasche müssen weggeschüttet werden.

       

Wenn du spezielle Fragen zum Abpumpen der Milch, Probleme beim Anlegen der Pumpe oder dem Auslösen des Milchspendereflexes hast, kann dir eine Stillberaterin oder Hebamme am besten weiterhelfen. Stillberaterinnen findest du in Deutschland zum Beispiel über diese Seite, in Österreich hier.

 

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Quellen:
*Das Handbuch für die stillende Mutter, La Leche League Schweiz, Zürich, 3. Auflage 2008, S. 167 ff.
** Das Handbuch für die stillende Mutter, La Leche League Schweiz, Zürich, 3. Auflage 2008,  La Leche Liga, S. 118 ff

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