Muttermilch richtig abpumpen

Wie geht’s und vor allem: womit?

12.Nov 2019
Deutsch

Muttermilch ist das Beste für das Baby - so viel ist schon einmal klar. Denn sie enthält alle wichtigen Nährstoffe und Antikörper. Damit die Stillbeziehung auch für die Mutter möglichst entspannt ist, kann das Abpumpen helfen, ein wenig mehr Flexibilität in den Alltag zu bringen. Und nicht nur das: auch der Papa und andere Familienmitglieder haben dann bei einem Stillbaby die Chance, den schönen Moment des Fütterns und die Nähe dabei zu erleben.


Foto: MAM

Ganz gleich ob es längerfristig für den Wiedereinstieg in den Job ist oder zum Überbrücken einzelner Stillmahlzeiten für mehr Unabhängigkeit – beim Abpumpen von Muttermilch gibt es einiges zu beachten: neben den verschiedenen Möglichkeiten gibt es Fragen rund um die Lagerung oder Haltbarkeit. Und wie ist das mit der Saugverwirrung? Wir haben für euch diverse Infos zusammengetragen:

#1 Wie pumpe ich am besten ab?
Es gibt sowohl günstige mechanische Pumpen, bei der mit reiner Handarbeit die Milch gewonnen wird, als auch elektrische Pumpen, mit denen sogar an beiden Brüsten gleichzeitig gepumpt werden kann. Elektrische Milchpumpen können auch gemietet werden. Bei bestimmten Voraussetzungen wie z.B. Frühchen-Geburten gibt es Milchpumpen auch kostenlos auf Rezept für bis zu 6 Monate zu leihen. Wenn du auf alle Fälle vorhast Milch abzupumpen, besorge dir die passende Pumpe schon vor der Geburt um sie dann stressfrei griffbereit zu haben. Hebammen und Stillberaterinnen informieren dich gern frühzeitig über alle Möglichkeiten. Auch der Austausch mit anderen, erfahrenen Müttern kann dir dabei helfen die richtige Pumpe für dich zu finden.

#2 Was braucht man außer der Pumpe?
Neben der Pumpe brauchst du etwas, um die Milch aufzubewahren. Wichtig: es muss lebensmittelecht, steril und eventuell Tiefkühl-tauglich sein. Dazu eignen sich spezielle Behälter und Flaschen, die sterilisiert werden können – zum Beispiel in eigenen Mikrowellenbehältern oder durch Auskochen. Bei Plastik ist wichtig, dass es BPA-frei ist. Außerdem hilfreich: eine Salbe für die beanspruchten Brustwarzen und Stilleinlagen, wenn deine Brust zum Auslaufen neigt.

#3 Wann pumpe ich ab?
DEN perfekten Zeitpunkt zum Abpumpen gibt es nicht. Probiere einfach wann es bei dir am besten geht. Einige Frauen pumpen nach dem Stillen ab oder wenn es für dich einfacher ist (weil der Milchspendereflex schon ausgelöst ist) auch parallel zum Stillen an der anderen Brust. Keine Sorge, dass für dein Baby zu wenig bleibt: die Brust „fährt die Produktion hoch“, wenn der Bedarf größer ist.
Es kann natürlich auch abgepumpt werden ohne das Kind zu stillen. Dafür schaffst du dir am besten eine ruhige und angenehme Umgebung damit du dich entspannen und in Ruhe abpumpen kannst.
Wichtig ist, dass du in den ersten 2-3 Wochen noch keine großen Vorräte für später anlegst. Grund dafür ist: die Muttermilch verändert sich in dieser Zeit noch sehr stark in der Zusammensetzung.

#4 Wie lange ist frisch abgepumpte, reife Muttermilch haltbar?*

  • Abgepumpte Milch ist im Kühlschrank bis zu 24 Stunden haltbar.
  • Im Tiefkühler hält sie bis zu 3 Monate – Auftauen entweder über Nacht im Kühlschrank oder schonend im Wasserbad.

Wichtig: aufgetaute Milch nicht wieder einfrieren!
Hygiene ist bei Säuglingen extrem wichtig, achte auf absolute Sauberkeit aller Gefäße.

#5 Muttermilch richtig einfrieren und auftauen.
Wie oben bereits beschrieben, kann Muttermilch auch eingefroren werden und ist dann bis zu 3 Monate haltbar. Achte darauf, wie kalt dein Tiefkühler wirklich ist: im Kühlschrank integrierte Tiefkühlfächer sind manchmal nicht so kalt.
Muttermilch dehnt sich wie jede Flüssigkeit beim Einfrieren aus: fülle das Gefäß also nicht bis zum Rand voll.
Entscheidend ist auch das Auftauen: um die kostbaren Inhaltsstoffe bestmöglich zu erhalten, taue die Milch langsam im Kühlschrank auf oder unter fließendem, immer wärmer werdendem Wasser.

#6 Erwärmen von Muttermilch.
Um möglichst viele Vitamine und essentielle Fettsäuren zu erhalten, sollte die Milch nur schonend erwärmt werden. Das kann im Wasserbad sein oder in einem eigenen Fläschchenwärmer, der nicht über 37°C heiß wird.
Muttermilch sollte darum auch nicht in der Mikrowelle oder in einem Topf am Herd erhitzt werden!
In warmer Milch wachsen Keime besonders schnell: sie sollte daher sofort getrunken werden.

#7 Wie verhindert man eine Saugverwirrung?
Um jegliches Risiko zu vermeiden, gewöhnst du dein Baby zuerst an das Trinken an der Brust. Nach ca. 6 Wochen ist das Neugeborene in der Regel so an das Stillen gewöhnt, dass es durch Schnuller und Flasche zu keiner Saugverwirrung mehr kommt.

#8 Sonstige wichtige Hinweise, Tipps und Tricks
Eingefrorene Muttermilch kann sich geschmacklich verändern - teste darum vorher, ob dein Baby die wieder aufgetaute und erwärmte Milch mag, bevor du große Vorräte anlegst.
Leere frische Muttermilch nicht zu schon gekühlter in einen Behälter. Die frische Milch muss auch erst gekühlt und damit auf gleiche Temperatur gebracht werden, sonst besteht die Gefahr, dass sich Keime bilden.
Wenn du Schwierigkeiten hast, den Milchspendereflex auszulösen, bleib in der Nähe deines Babys – manchmal hilft es sogar, einfach ein Babyfoto anzuschauen. Verzweifle jedenfalls nicht, wenn es anfangs nicht so gut klappt, dass die Milch fließt und nur kleine Mengen zustande kommen. Auch das Abpumpen ist Übungssache!

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