Mutterschutz: Schwanger im Job

Wir haben die wichtigsten Facts rund ums Thema

15.Mai 2017
Deutsch

Wenn du ein Kind erwartest und du gerade mitten im Berufsleben stehst, dann gibt es einige Dinge, die du dazu wissen solltest. In den deutschsprachigen Ländern gibt es dazu jeweils gesetzliche Regelungen. Das sogenannte Mutterschutzgesetz bietet einiges an Unterstützung an. Die Bedingungen sind aber nicht für alle Frauen gleich. Deshalb haben wir für dich einige allgemein gültige Fakten zusammengestellt.

Mutterschutz: Schwanger im Job

Fotos: Shutterstock 

Das Mutterschutzgesetz gilt für:

  • Angestellte
  • Teilzeitbeschäftigte
  • Auszubildende mit Vertrag (Lehrlinge)
  • Hausangestellte
  • Heimarbeiterinnen
  • Besondere Regelungen gibt es für Beamtinnen.

Das Mutterschutzgesetz gilt nicht für:

  • Selbstständige
  • Freiberuflerinnen
  • Studentinnen
  • Geschäftsführerinnen

Was beinhaltet das Mutterschutzgesetz?

Gynäkologen empfehlen, die ersten drei Schwangerschaftsmonate abzuwarten. So kannst du sicher sein, dass die Schwangerschaft gut verläuft. Sobald du deinem Arbeitgeber die freudige Erwartung mitteilst, gilt für dich der Mutterschutz. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, Schutzbestimmungen zu erfüllen. Er muss Beschäftigungsverbote beachten und mögliche Gesundheitsgefahren ausräumen. Die Personalabteilung oder der Betriebsrat wird dich im Detail über die Tätigkeiten informieren, die du nun nicht mehr ausführen sollst. Beispiele dafür wären schweres Heben oder der Umgang mit Chemikalien.

Es besteht außerdem ein Kündigungs- und Entlassungsschutz. Allerdings kann es sein, dass du zum Beispiel von Fortbildungen ausgeschlossen wirst. Deshalb ist ein gutes Einvernehmen mit dem Arbeitgeber eine wichtige Voraussetzung für den guten Verlauf der Mutterschutz-Periode. Fließbandarbeit und Nachtarbeit sind Dinge, die zu den generellen Beschäftigungsverboten zählen. Es gibt aber Ausnahmeregelungen für das Hotel- und Gastgewerbe. Arzttermine, die zu den Mutter-Kind-Pass Untersuchungen gehören, kannst du während der Arbeitszeit durchführen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dir Ruhemöglichkeiten während der Schwangerschaft und Stillperiode einzurichten. Vor und nach der Entbindung gibt es eine Frist, während der du von der Arbeit freigestellt wirst. Die Dauer dieser Frist unterscheidet sich allerdings je nach Branche und Land, in dem du wohnst.

Mutterschutz: Schwanger im Job

Wie gelten individuelle Vereinbarungen im Mutterschutz?

Wenn du einen befristeten Arbeitsvertrag hast, dann sind alle Sonderungen und Bestimmungen nur während der Vertragslaufzeit gültig. Sollten vor der gesetzlichen Schutzfrist gesundheitliche Probleme entstehen, kann dich deine behandelnde Ärztin oder der Gynäkologe freistellen und ein individuelles Beschäftigungsverbot einrichten. Dies gilt auch, wenn du Mehrlinge erwartest oder du etwa nach der Geburt durch einen Kaiserschnitt vermindert leistungsfähig bist.

Mutterschaftsgeld und Kündigung

Während der Mutterschafts-Schutzzeit erhältst du Mutterschaftsgeld. Die Höhe richtet sich nach dem Nettobetrag der letzten Einnahmen. Es handelt sich um eine Versicherungsleistung, die bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden muss. Die Kassen haben aber in manchen Fällen ein Höchstbetragslimit eingerichtet. Es kann deshalb sein, dass es zu einem Restbetrag kommt, der durch den Arbeitgeber ergänzt werden muss.

Wenn du gute Gründe hast, kann es sein, dass du selbst den Arbeitsvertrag auflösen willst. In diesem Fall ist aber zu beachten, dass du die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten musst. Auch die Auflösung eines befristeten Arbeitsvertrages ist möglich. Am sinnvollsten sind solche Schritte, wenn sie in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Arbeitgeber stattfinden. Ansonsten kann es zum Verlust von Geldleistungen kommen.

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