Nachhaltigkeit in der Familie. Geht das überhaupt?

Blog Gastartikel: Micky von Salonpapa

02.Dez 2019
Deutsch

Gesund und nachhaltig leben war unserem Gastblogger Micky vom Blog Salon Papa immer schon ein Anliegen. Seit der Geburt seiner Tochter stellt er sich aber die Frage, wie jeder Einzelne etwas tun kann und was er seiner Tochter Rosa mit auf den Weg geben kann, damit sie lernt achtsam und sorgfältig mit unseren Ressourcen und der Umwelt umzugehen.

Vater und Tochter

Foto: Salon Papa

Unsere kleine Tochter Rosa kann mit den Worten Klimakrise, Erderwärmung und Nachhaltigkeit noch relativ wenig anfangen. Sie versteht weder den Sinn dahinter, noch die Worte an sich. Das höchste ihres sprachlichen Ausdrucks ist momentan blablablaba oder dadadada. Wir als Eltern haben natürlich auch schon Mama und Papa gehört, aber tatsächlich sind wir davon natürlich noch meilenweit entfernt.
Aber kommen wir zurück zur Nachhaltigkeit und dem Thema, dass die Generation unserer Tochter am meisten beschäftigen wird. Die Klimaerwärmung.

Ich will nicht über Politiker und deren Entscheidungen urteilen und bin kein Weltverbesserer, aber ich habe für mich einen Weg gefunden, nachhaltiger zu leben und das ist es was ich meiner Tochter Rosa mit auf den Weg geben will. Ich kann ihr „Nachhaltigkeit“ vorleben, und das auch wirklich zu tun, versuchen wir in unserer Familie jeden Tag aufs Neue:
 

Verpackungsfrei einkaufen

In den meisten Städten gibt es bereits „no-waste“ Supermärkte. Man bringt sein eigenes Geschirr und füllt genau das ab was man braucht. Man kauft dadurch weder im Überfluss noch ist man verleitet zu Aktionsartikeln zu greifen, die man in weiterer Folge meistens nicht braucht und dann nur herumliegen. Bei uns im Wienerwald gibt es einen kleinen Bio-Greißler. Und das Gute ist, dass ich dort nicht nur verpackungsfrei und bio einkaufen, sondern auch lecker Kaffee trinken und sich mit den Nachbarn austauschen.
 

Statt Fernost, lieber zum Biobauern

Gojibeeren und Co liegen im Trend aber wir brauchen die Superbeeren aus der Ferne nicht. Es gibt so viele Kräuter, Körner und Samen bei unserem Biobauern, die die gleichen Superkräfte haben. Und alles was wir nicht bei unserem Bio Greißler bekommen, bestellen wir beim Adamah Biohof. Unserer Meinung nach ein Unternehmen mit einem tollen Konzept, das CO2 neutral liefert und Wert auf die Zukunft unserer Kleinen legt.
 

Fahrrad fahren statt im Stau sitzen

Mit dem Fahrrad bin ich in der Stadt schneller unterwegs und draußen im Wienerwald mache ich etwas für meine Gesundheit und tanke so auch gleich frische Luft. Das rate ich übrigens auch allen Freunden und Klienten. Das Auto kann man meistens stehen lassen. Rosa kommt auf den Fahrradsitz und wir düsen gemeinsam draußen herum. Und apropos Fitness:
 

Kinderwagen schieben statt Fitnesscenter

Die Angebote mancher Fitnesscenter sind sehr verlockend, aber dennoch zeitaufwendig und viele fahren erst recht mit dem Auto hin. Stattdessen besser zukünftig einfach den Kinderwagen schnappen und bergauf gehen oder Ausfallschritte machen. Dann erspart man sich den Stau, die Gebühr und macht Sport zusammen mit dem Nachwuchs. Wöchentlich neue Übungen gibt es übrigens auf meinem Blog.
 

Teilen, tauschen und gemeinsam verwenden

Als Rosa auf die Welt gekommen ist, wollte meine Frau einfach alles auf sie abstimmen und neu kaufen. Wie viel Zeug dann zusammen kommt und wie kurz man es verhältnismäßig verwendet, wissen wir erst jetzt. Teilen und Tauschen ist wahrscheinlich einer der leichtesten Nachhaltigkeitstipps, wenn es um den Nachwuchs geht. Wir alle haben Freunde, Geschwister oder Kollegen, die genau das brauchen, was bei uns gerade auf dem Dachboden landen und dort verstauben würde.
 

Wir sind Hybrid unterwegs

Kurze Strecken und innerstädtisch bin ich mit dem Fahrrad unterwegs, meistens fahre ich vom Wienerwald mit dem Zug in die Stadt. Wenn ich aber doch mal mit dem Auto unterwegs bin, fahre ich mit unserem Mitsubishi Outlander PHEV und bin mit Hybrid mobil. Er lädt während der Fahrt und beim Bremsen und so kann ich wieder länger mit Strom unterwegs sein. Zwar gibt es hier auch wieder einige Gegenstimmen, die meinen, dass man nicht weiß, wo der Strom herkommt, aber ich finde den Gedanken schön, innerstädtisch keine Abgase in die Gegend zu blasen. Der Elektromobilität gehört die Zukunft, davon bin ich überzeugt.
 

Juttetasche und Kautschuk-Kaffee-Becher

Dass wir auf Papier- und Plastiksackerl verzichten sollten, ist – denke ich – mittlerweile jedem klar. Wir haben mittlerweile eine beachtliche Sammlung an Jutetaschen, mit denen wir einkaufen gehen, Rosas Spielzeug sammeln oder einfach nur Windeln nach Hause transportieren. Besonders stolz bin ich, dass ich meine Frau – die Coffe-To-Go einfach liebt – von einem wiederverwendbaren Naturkautschuk Kaffeebecher überzeugen konnte. Solche Modelle gibt es mit super süßen Motiven. Und als Anreiz für alle, meistens spart man sich auch ein paar Cent beim Kaffee, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

Alleine werden wir die Welt nicht verändern, das mag schon stimmen. Und es gibt immer Stimmen, die gegen dieses oder jenes sprechen und hundertundeinen Grund finden, warum wir keine Kautschuk Becher, kein Hybrid Auto oder Jutetaschen kaufen sollten. Wir können uns dem anschließen und einfach überzeugt davon sein, dass Nachhaltigkeit nicht funktioniert, oder einen Weg für uns finden nachhaltig zu leben. Und das ist es was ich unserer Tochter Rosa mit auf den Weg geben will.

Bei all den Gedanken rund um Rosas Zukunft kommen auch ganz schön viele Ängste dazu. Welche mich da ganz besonders plagen, könnt ihr in dem Artikel „Auch Papas haben Ängste“ nachlesen.
 

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Bloggerin Titantina im Interview über die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

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