Nackenfaltenmessung – Ja oder Nein?

Was sie bringt und welche Gefahr besteht

05.Apr 2020
Deutsch

Die Nackenfaltenmessung kann Teil einer genaueren Untersuchung im ersten Trimester der Schwangerschaft sein. Sie dient dazu, das Risiko für bestimmte genetische Defekte und Erkrankungen beim Kind schon im Mutterleib einzuschätzen. Was dafür und dagegenspricht, sehen wir uns in diesem Artikel an.


Foto: Shutterstock

 

In Deutschland ist die Nackenfaltenmessung im Rahmen des Ersttrimesterscreenings möglich – sie ist also eine freiwillige Untersuchung. In einem Ultraschall wird die Dicke der „Nackenfalte“ (eigentlich Nackentransparenz) des Kindes gemessen. Zusammen mit bestimmten Blutwerten und anderen Faktoren (wie z.B. dem Alter der Mutter) berechnen die Ärzte und Ärztinnen das Risiko für genetische Veränderungen und Fehlbildungen des Kindes.
 

Was zeigt die Nackenfaltenmessung?

  • Zwischen der 10.–14. Schwangerschaftswoche ist beim Fötus im Nacken Flüssigkeit unter der Haut zu sehen.
  • Im Ultraschall wird diese „fetale Nackentransparenz“ gemessen (darum auch die Bezeichnung NT-Test)
  • Gemessen wird die dickste Stelle dieser Wasseransammlung
  • Der Wert soll Hinweise auf Gendefekte (Chromosomenanomalien), Herzfehler oder andere Fehlbildungen geben. Vor allem diverse Trisomie-Formen und das Klinefelter-Syndrom können so erkannt werden.
  • Unter 2,5 mm = unauffällig
  • Über 2,5 mm = höheres Risiko (keine Sicherheit, dass eine Fehlbildung vorliegt!)
     

Was ist die Gefahr?

Viele Schwangere erhoffen sich von der Untersuchung die Gewissheit, dass das Kind gesund ist.

Auch eine unauffällige Nackenfaltenmessung ist keine Garantie für ein gesundes Baby.

Ein auffälliges Ergebnis kann wiederum auch „falsch-positiv“ sein. Es ist also empfehlenswert, sich vor der Untersuchung zu überlegen, was das Ergebnis der Messung für Konsequenzen hätte.

  • Sollen weitere Untersuchung durchgeführt werden?
  • Soll eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht werden, auch wenn das Risiko einer Fehlgeburt dadurch erhöht wird?
  • Was würde z.B. die Diagnose „Trisomie“ bedeuten?
  • Wie stehen wir zu einer Abtreibung oder einem möglicherweise beeinträchtigen Kind?
  • Ist uns klar, dass auch ein unauffälliger Befund keine Garantie für ein gesundes Kind ist?

Die Nackenfaltenmessung selbst ist jedenfalls völlig harmlos. Es wird lediglich ein genauer Ultraschall durchgeführt und meist zusätzlich bei der Mutter Blut abgenommen.

Die Genauigkeit und Treffsicherheit der Untersuchung ist stark vom Arzt bzw. von der Ärztin abhängig. Es empfiehlt sich daher ein Blick auf den Fortbildungsgrad.

 

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Quellen:

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/ersttrimesterscreening/

https://www.netdoktor.at/untersuchung/nackentransparenz-messung-5548585

 

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