Neugeborenen Untersuchung – Teil 2

Von der Blutabnahme bis zum Hörscreening

20.März 2017
Deutsch

Unter U1 versteht man die Untersuchung eines Säuglings unmittelbar im Anschluss an die Geburt. Im Rahmen dieser ersten Vorsorgeuntersuchung für Neugeborene wird auch der sogenannte APGAR Früherkennungs-Test durchgeführt. Hierbei werden wesentliche Körperfunktionen des Babys kontrolliert. Doch im Normalfall ist dies noch lange nicht alles. Neben grundlegenden gesundheitlichen Parametern erfolgen auch Untersuchungen von Gliedmaßen, Genitalien, Sinnesorganen, Haut, des Mund- und Rachenbereiches sowie eine Blutabnahme. Laut Mutter-Kind-Pass steht in der ersten Lebenswoche auch ein Ultraschall am Plan.

Neugeborenen Untersuchung – Teil 2

Foto: Shutterstock 

In der Regel werden sämtliche genannten Untersuchungen im Krankenhaus durchgeführt. Frauen, die ambulant entbunden haben, oder aber eine Hausgeburt hatten, wenden sich dafür an die Ambulanz der gynäkologischen Station des nächstgelegenen Krankenhauses oder aber an einen Kinderarzt. Während der ersten Vorsorgeuntersuchung gilt es den allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes zu beurteilen um zu gewährleisten, dass sich das Neugeborene in den kommenden Monaten optimal entwickelt. Sollten bei der Untersuchung bestimmte Störungen oder Fehlfunktionen festgestellt werden, so kann man bereits in einem frühen Stadium Gegenmaßnahmen ergreifen und entsprechend agieren.

Folgende Teiluntersuchungen gehören sowohl in Deutschland und Österreich als auch der Schweiz zum Standard:

 

1. Neugeborenen-Hörscreening: Dieser Test wird durchgeführt um Hörschäden frühzeitig zu erkennen. Hierbei werden otoakustische Emissionen, also Schwingungen, die das gesunde Ohr als Reaktion auf Schallwellen aussendet, gemessen.

 

2. Durch eine Untersuchung der Hüfte und einen anschließenden Hüftultraschall können Fehlstellungen des Hüftgelenks frühzeitig diagnostiziert werden.

 

3. Beim POX (Pulsoxymetrie)-Screening wird festgestellt, wie viel Sauerstoff sich im Blut des Babys befindet. Dadurch können angeborene Herzfehler ausgeschlossen werden.

 

4. Durch einen kleinen Stich an der Ferse entnimmt Hebamme oder Arzt dem Kind einen Tropfen Blut. Dieses wird anschließend analysiert auf Störungen des Stoffwechsels (Guthrie-Test) und der Hormone (TSH-Bestimmung). Teilweise wird diese Untersuchung aber auch erst im Rahmen der U2 durchgeführt. Wichtig ist, dass es vor dem 14. Lebenstag geschieht. 

 

5. Ebenfalls wichtig: Die Bestimmung des pH-Wertes im Blut des Neugeborenen. Dabei wird aus dem Nabelschnurblut der Säuregrad gemessen. Ein pH-Wert von 7,3 ist ideal.

 

6. Auch die Augen des Babys werden gründlich untersucht. Oftmals gelangen Vaginalkeime die Schleimhäute des Babys. Der Kontakt mit den Keimen ist aber nicht weiter bedenklich. Denn wenn das Baby über den Geburtskanal geboren wurde, wird sein Immunsystem durch diesen ersten Kontakt mit Mikroben und Laktobazillen gestärkt. In solchen Fällen wird dem Baby daher in den meisten Fällen lediglich eine Augencreme verabreicht.

 

In der nächsten Woche werden wir uns der U2 widmen, die im Normalfall zwischen dem 3. und 10. Lebenstag - spätestens jedoch bis zum 14. Lebenstag - in der Entbindungsklinik stattfindet.

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