Neverending Summer? - Wenn der Mutterschaftsurlaub vorbei ist

Blog Gastartikel: Familianistas

03.März 2019
Deutsch

Die Einsicht der Gastbloggerin Andrea von den Familianistas, dass auch der schönste Mutterschaftsurlaub mal zu Ende ist – und wie gut das außerdem ist.

Neverending Summer? - Wenn der Mutterschaftsurlaub vorbei ist

 

Foto: Shutterstock

Ich nenne meinen ersten Mutterschaftsurlaub rückblickend gerne „Der Sommer, in dem Milch und Honig flossen“. Ich bekomme bestimmt auch so einen verklärten Blick, wenn ich davon erzähle. Und zwar aus dem Grund, weil ich die sieben Monate, die ich bei meinem ersten Sohn zuhause bleiben durfte (ich war damals angestellt und konnte nach den in der Schweiz üblichen 14 Wochen zusätzlich noch meine Überzeit kompensieren) sehr schön in Erinnerung habe. Klar, schließlich lernte ich ja mein Baby kennen. Ich stillte es, trug es auf mir, wog es in den Schlaf, fuhr mit ihm spazieren, nahm es in der Nacht auf, wenn es schreite, wickelte es: 24/7, sieben Tage die Woche. Ich war da beim ersten Kopfheben, beim ersten Wenden, beim ersten Zähnchen. Klar, mein Mann stand mir stets zur Seite, wenn er nicht arbeitete. Aber ich war das Mamatier (so fühlte ich mich damals wirklich!), das immer da war. Die mit der Milch und mit der vielen Zeit. 
 

Unser Babysommer

Wie gesagt, es war Sommer, und ein schöner noch dazu. Das heißt, mein Kleiner und ich verbrachten viel Zeit draußen, im Garten, am See oder im Freibad. Oft zusammen mit einer benachbarten Freundin, die ihr Baby quasi gleichzeitig bekam. Ich kann mich erinnern, wie Freundinnen jeweils bei Besuchen in unserm Garten etwas neidisch wurden, wenn sie uns mit unseren vollen Brüsten, unseren wallenden Stillkleidern und dem madonnenhaften Lächeln sahen, wie wir selig um unsere Babys rumtänzelten. „Ihr habt es schön! Und ich habe morgen diese leidige Präsentation!“ – „Ach, ich würde mich auch lieber um einen Säugling kümmern, als morgen wieder um 7 Uhr für den Job aufzustehen!“ hörten wir jeweils.

Dabei kriegten sie natürlich nur die eine Seite der Medaille mit. Nicht etwa, wie ich nach dem vierten Mal aufstehen und Brust geben in der Nacht am liebsten geheult hätte vor Erschöpfung. Oder wie ich am dritten Tag ungeduscht und im selben T-Shirt und derselben ausgebeulten Trainerhosen aussehe. Ein Mamamonster, quasi. Mit all den Dingen kämpfend, die ein Leben mit einem Säugling ebenfalls mit sich bringt.

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