Nicht ohne Kuscheldecke & Co.

Knuffige Dinge, die deinem Kleinen Sicherheit vermitteln

08.Nov 2018
Deutsch

Das wohl prominenteste Beispiel für ein Kind mit Schmuse-Anhängsel ist Linus von den Peanuts, der ständig mit seiner Kuscheldecke durch den Staub fegt. Für manche Eltern eine bedenkliche Sache, wenn das Kind ohne dem auserwählten Lieblingsteil prompt keinen Schritt mehr aus dem Haus macht. Da gibt es Schrei-Tiraden und fürchterliche Szenen. Überhaupt wenn das heiß begehrte Ding nicht auffindbar ist, oder aus dem Kinderwagen plumpst. Der Anblick das Lieblingsstück im Matsch oder durch das Guckfenster zur Waschtrommel zu sehen kann das nächste Drama vom Zaun brechen. Haarige Situationen, die den Eltern-Alltag nun wirklich nicht erleichtern.

Nicht ohne Kuscheldecke & Co.

Foto: Shutterstock

Auf Kuscheltiere, Schmusedecke & Co. kannst du beim Baby also unmöglich völlig verzichten. Selbst abgebrühte Minimalisten bleiben nicht von Geschenken aus dem Land der Spielwaren und Babydecken verschont. Und das ist gut so, denn einige Kinder brauchen so ein bestes Stück zum Anhalten. Selbst wenn es nach einer Weile komplett zerlumpt und zerfleddert ist. Ja, die Bedürfnisse des Sprösslings können sich im Lauf der ersten Jahre auch ändern. Zum Beispiel, weil dein „Binky Baby“ mutig auf den Schnuller verzichtet, und dieser Abschied nach Trost schreit. Das Fixieren auf einen ständigen Begleiter ist dabei ein normales Verhalten, versichern uns Experten der Entwicklungspsychologie.

Was dein kleiner Schatz braucht, ist ein Stück Sicherheit. Und daran klammert es sich unbeirrt fest. Eltern würden da gerne mehr Abwechslung sehen. Ganz nach dem Motto: „Nimm´ doch mal den schnuckeligen Teddy von Oma!“ Nichts da! Hat sich dein Knirps mal für ein Kuscheltier oder Schmuseteil entschieden, gibt es kein Zurück mehr. Es ist und bleibt das auserwählte Stück. Das Kind braucht diese Stabilität, die ihm durch die Anwesenheit des vertrauten Lieblingsteils vermittelt wird. So kommt es mit Veränderungen klar, und findet sich in unbekannten Territorien besser zurecht. Das Kuschel-Anhängsel hilft ihm also, sich rascher an neue Gefilde anzupassen, und sich in einer fremden Umgebung zurecht zu finden.

Das erste Spielzeug wird dadurch zum verlässlichen Begleiter auf Schritt und Tritt. Dein Kleines macht sich damit auch zunehmend unabhängig von Mama und Papa. Denn du gibst dem Kind durch deine Nähe überhaupt jene Sicherheit, die es braucht, um sich in der Welt zu orientieren. Das Kuscheltier ersetzt dich natürlich nicht, dient aber als verbindendes Element.

Diese Form des „Abnabelns“ beginnt etwa zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat. In den meisten Fällen löst sich das Kleinkind zunehmend von dieser engen Bindung zu seinem Lieblingsgegenstand. Vor dem Schulalter, ungefähr zum 5. Lebensjahr, kann es total entspannt ohne seinen ständigen Begleiter auskommen. Viele Kinder bleiben jedoch nostalgisch, und belassen den ersten heißgeliebten Schmuser gerne in ihrer Nähe - im Bett oder auf dem Regal im Jugendzimmer.

Wichtig ist auf alle Fälle, dass das Kind selbst die Entscheidung trifft, wann der Zeitpunkt gekommen ist, die Bindung zum Schmusetier oder der Kuscheldecke aufzugeben. Ähnlich wie bei der Entwöhnung vom Schnuller, sollte das Kind dazu bereit sein. Sprechen jedoch die Eltern ein Machtwort – weil sie genervt sind - wird dieser wichtige Prozess in der Entwicklung des Kindes jäh unterbrochen. Deshalb ist hier zweifellos deine Gelassenheit gefragt!

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