Nom nom nom! Endlich Zeit für Beikost?

Ab wann feste Nahrung empfohlen wird – und welche.

02.Jan 2020
Deutsch

Ganz gleich ob dein Kind gestillt wird oder mit Fläschchen gefüttert wird – irgendwann ist es Zeit für die ersten Löffel feste Nahrung. Doch woran erkennt man, ob der richtige Zeitpunkt gekommen ist? Wie lange kann man warten, wenn das Kind noch nichts mit dem neuen Essen anfangen kann? Und worauf muss man achten, wenn es in der Familie Allergien gibt? Wissenswertes zum Thema Beikost haben wir hier für dich zusammengefasst.


Foto: Derek Owens on Unsplash

Was ist Beikost?

Alles Essbare, außer Muttermilch und Fläschchennahrung. Also zum Beispiel Gemüse, Obst, Getreide oder Fleisch.

 

Die Beikost-Reife erkennen

Grundsätzlich heißt es, dass frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens bis zum 7. Monat mit dem Beikost-Füttern begonnen werden soll. Empfohlen wird das zum einen, weil dieses Zeitfenster besonders günstig sein soll, um den kindlichen Organismus auf diverse allergene Stoffe vorzubereiten. Während man früher dazu riet, mögliche Allergien auslösende Lebensmittel zu vermeiden, nimmt man heute an, dass eine frühzeitige Gewöhnung als Vorbeugemaßnahme besser ist. Das gilt vor allem, wenn gleichzeitig gestillt wird. Zum anderen geht man davon aus, dass viele Kinder zu diesem Zeitpunkt schon mehr Nährstoffe benötigen, als in der Milch enthalten ist. Statt auf mit Stärke angereicherte 2er-Milch oder „Gute-Nacht-Brei“-Produkte umzusteigen, ist feste Nahrung die gesündere Wahl.

Doch nicht alle Babys sind zum gleichen Zeitpunkt schon bereit, schieben den Löffel mit der Zunge wieder hinaus oder spucken den Brei einfach aus. In der Reifetabelle vom österreichischen Gesundheitsministerium und den Sozialversicherungsträgern sind einige Entwicklungsschritte übersichtlich dargestellt, die häufig mit der Beikostreife einhergehen. Ab einem gewissen Alter nimmt jedenfalls der Reflex ab, den Löffel auszuspucken und das Gegenteil passiert: der Mund öffnet sich, wenn der Löffel näherkommt – ein einfacher Test, ob du schon den ersten Essversuch starten kannst. Kinder, die bereit für Brei sind, zeigen auch reges Interesse am Essen der Erwachsenen und können meist alleine sitzen. Aber Achtung: Entwicklungsschritte können sehr individuell sein – solche Tabellen dienen demnach wirklich nur zur groben Orientierung. Solltest du unsicher sein, sprich immer mit einem Kinderarzt bzw. einer Kinderärztin über deinen konkreten Fall.

 

Der erste Brei

Den Eltern wird nach einer kurzen Eingewöhnung mit einem einfachen Gemüsebrei (bei dem nur einer Sorte Gemüse verwendet wird) sehr bald zum Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei geraten, da er zahlreiche wichtige Nährstoffe und vor allem Eisen enthält. Für vegetarische Eltern gibt es aber auch gute Alternativen: statt Fleisch kann zum Beispiel die eisenreiche Hirse verwendet werden. Eine Beratung in Kinderordinationen oder Ernährungsspezialisten ist hier jedenfalls empfehlenswert.

 

Wie der Beikoststart Schritt-für-Schritt aussehen kann:

  1. Schritt:
    1. Empfehlung: nicht vor der 17., nicht nach der 26. Lebenswoche (nicht vor dem 5. Monat – nicht nach Ende des 6. Monats)
    2. Das Kind sollte alleine sitzen können.
    3. Beikost: Einige Löffel fein püriertes Gemüse einer Sorte bis zu gemischtem Brei aus Fleisch, Kartoffel, Gemüse, Getreideflocken ersetzt die Milchmahlzeit zu Mittag
  2. Schritt:
    1. Beginn nach dem 6. Monat
    2. Fleisch-Gemüse-Brei zu Mittag
    3. 2 weitere Still-/Fläschchenmahlzeit werden durch einen Getreide-Milch-Brei und einen Getreide-Obst-Brei ersetzt.
      Wichtig: Kuhmilch ist für den Brei erlaubt und auch empfohlen – für Fläschchenmahlzeiten soll aber weiter Säuglingsmilch verwendet werden.
  3. Schritt:
    1. Ab dem 7. Monat
    2. Fisch und Ei sind erlaubt und werden zur Allergieprävention empfohlen
    3. Die Mahlzeiten müssen nun nicht mehr fein püriert werden, sondern können Stückchen enthalten
    4. Brot und andere harte Lebensmittel sollen zum Knabbern angeboten werden
    5. Wasser wird zum Trinken angeboten
  4. Schritt:
    1. Das Essen sollte immer mehr der Familienkost in leicht abgewandelter Form ähneln – also z.B. ohne scharfe Gewürze und auch mit möglichst wenig Salz gekocht sein.
    2. Obst, Gemüse etc. kann in normal geschnittenen Stücken angeboten werden

 

Hilfreich und schick am Tisch

Viele Kinder haben mit eigenem Kinderbesteck und Geschirr nicht nur mehr Spaß, sondern auch ergonomisch ein besseres Gefühl. Eigene, bunte Löffel und Tellerchen sind auch optisch am gemeinsamen Esstisch ein Highlight für die ganze Familie!

 

Tipp: Super günstig und am letzten Stand der Wissenschaft sind die kleinen Hefte zum Thema Beikoststart der Uni-Klinik Bochum, an der sich das Forschungsinstitut für Kinderernährung befindet.

 

 

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Quellen:

https://www.richtigessenvonanfangan.at/eltern/faq/zum-beikostalter/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/saeuglinge/update-saeuglingsernaehrung/

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/beikosteinfuehrung/

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