Nomen est omen … aber welches?

Worauf es bei der Namenssuche ankommt

24.Nov 2019
Deutsch

Es gibt viele Wege zum Babynamen. Aber wo soll man anfangen und worauf sollte man achten? Immerhin gibt es sogar richterliche Entscheidungen zu dem Thema!


Foto: Taylor Harding on Unsplash

Rechtliche Aspekte in Deutschland

Das Namensrecht ist nicht gesetzlich geregelt, es gibt aber gewisse Richtlinien, die ein Vorname erfüllen muss*:

  • Er muss als Vorname erkennbar sein.
  • Er muss nicht mehr eindeutig männlich oder weiblich sein, sondern darf auch neutral sein.
  • Er darf dem Kindeswohl nicht schaden (z.B. es lächerlich machen).
  • Er darf das religiöse Empfinden der Mitmenschen nicht verletzen (Jesus ist aber mittlerweile durch einen Gerichtsbeschluss erlaubt)
  • Er darf kein weitverbreiteter Orts- oder Markenname sein (aber auch hier gibt es Ausnahmen: ein Mädchen darf Fanta heißen, aber ein Junge nicht Tom Tom …).
  • Er darf grundsätzlich kein Nachname sein (Ausnahme: Nachnamen, die Vornamen sind …)
  • Er darf kein Titel sein (z.B. Lord oder Prinzessin).

Laut Personenstandsgesetz muss der Vorname innerhalb von 4 Wochen nach der Geburt feststehen. Hat eine Person mehrere eingetragene Vornamen, kann sie sich den Rufnamen unabhängig von der eingetragenen Reihenfolge aussuchen. Sind Geschwister vorhanden, muss eine Unterscheidung auf Grund der Vornamen möglich sein.

 

Rechtliche Aspekte in Österreich

Der Vorname muss innerhalb von 40 Tagen beim Standesamt bekanntgegeben werden. Sonst gilt: „Bezeichnungen, die nicht als Vornamen gebräuchlich sind oder dem Wohl des Kindes abträglich sind, dürfen nicht in das Geburtenbuch eingetragen werden. Auch muss zumindest der erste Vorname des Kindes dem Geschlecht entsprechen.“*. Die Statistik Austria bietet einen spannenden „Atlas der Vornamen“, in dem auch die Top Namenslisten aufgerufen werden können (Stand 10/2019).

Im Netz gibt es zahlreiche Seiten zur Suche und Bedeutung von Vornamen. Schön ist es auch, ein bisschen Ahnenforschung zu betreiben: versteckt sich in der eigenen Familiengeschichte vielleicht ein toller Name? Fragen, die im Vorfeld vielleicht ein kleiner – subjektiver – Kompass für eine Entscheidung sein können:

  • Kann ich den Namen voller Freude laut über einen Spielplatz rufen?
  • Gibt es verschiedene Schreibweisen, die ich schwierig finde oder problematisch sein können?
  • Gibt es im Freundeskreis oder der Familie schon den gleichen Namen und stört mich oder die anderen das?
  • Stört es mich, wenn der Name total hip ist und viele andere Kinder genauso heißen?
  • Habe ich ein Problem mit seltenen, sehr exotischen Namen oder gefällt mir genau das?
  • Ist mir die Meinung von Familie und/oder Freunden wichtig?
  • Habe ich einen Lieblings-Star oder Schriftsteller, dessen Name mir gefällt – und wird mir der in 20 Jahren auch noch gefallen?
  • Wie klingen Vor- und Nachname zusammen?
  • Will ich einen zweiten, dritten, … Vornamen für mein Kind, so dass es sich später eventuell einen anderen Rufnamen aussuchen kann?
  • Gibt es Spitznamen oder Abkürzungen des Namens, die ich nicht mag, die für das Kind problematisch sein können und auf die ich später keinen Einfluss habe?
  • Ist der Name irgendwie negativ besetzt und könnte dadurch zum Nachteil für mein Kind werden?

Hier findest du die beliebtesten Namen in Deutschland und Österreich.

Viel Spaß beim Stöbern!

 

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*Quelle Stand 10/2019: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorname_(Deutschland)
**Quelle Stand 10/2019: https://www.oesterreich.gv.at/themen/familie_und_partnerschaft/geburt/3/3/Seite.182101.html)

 

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