Oh je, Bauchweh

Warum haben so viele Babys Bauchschmerzen?

26.Mai 2020
Deutsch

Frischgebackene Eltern kennen das vermutlich: noch nie waren die Ausscheidungen eines einzigen Menschen so wichtig, wie seit der Ankunft des Babys. Alles scheint sich nur noch um den Inhalt von Windeln zu drehen. Und oft kommt dann auch noch Weinen hinzu. Was hat es mit der Verdauung von Babys auf sich? Warum haben so viele Säuglinge Bauchweh?


Foto: Shutterstock

Die Entwicklung des Verdauungsapparats

Wenn Babys auf die Welt kommen, ist das Verdauungssystem noch nicht vollständig ausgereift. Einige Enzyme, die zur Verarbeitung von Nahrung benötigt werden, sind noch nicht vorhanden. Zum Beispiel auch jenes, um Milchzucker zu spalten. Bis die Darmflora mit allen wichtigen („guten“) Bakterien und Enzymen ausgebildet ist, können darum Blähungen entstehen.*

Der Stoffwechsel eines Babys läuft außerdem im Vergleich zu einem Erwachsenen auf Hochtouren – innerhalb kürzester Zeit verdoppeln Säuglinge ihr Gewicht.

 

Woher das Bauchweh kommt

Durch die Verdauung von Nahrung werden Gase gebildet. Bei Unverträglichkeiten von z.B. Milchzucker (Laktose-Intoleranz) oder Gluten wird die Gasbildung verstärkt. Abgesehen von diesen Verdauungsvorgängen können aber auch psychische Gründe wie Stress und Anspannung für Bauchschmerzen sorgen. Die beim Weinen verschluckte Luft kann ebenfalls Blähungen verursachen.

Bei den meisten Kindern bessern sich die Koliken im 4. Monat.**  

Man nimmt an, dass die berühmten „Dreimonats-Koliken“ durch die anfangs beschriebenen körperlichen Anpassungsschwierigkeiten und das häufige Weinen verursacht werden. Manche Babys scheinen auch besonders sensibel auf die Vorgänge im Magen-Darm-Bereich zu reagieren.

 

Zeichen für Bauchweh

Viele Babys ziehen die Beine an und strecken sie wieder, ballen die Hände zu Fäusten und weinen. Das kann ein Zeichen für Bauchschmerzen sein – allerdings reagieren Säuglinge auch auf anderen Stress so. Kommt dazu ein harter Bauch, Flatulenzen – oder weniger medizinisch „pupsen“ – und/oder Durchfall, deutet das auf Probleme im Magen-Darm-Trakt hin.

 

Wann zum Arzt?

Bei längerem Durchfall, Appetitlosigkeit und starkem Weinen nach jeder Mahlzeit solltest du eine ärztliche Meinung einholen. Durchfall ist bei Stillbabys oft nicht so leicht zu erkennen. Wenn du unsicher bist, frage am besten nach – auch deine Hebamme kann dir diesbezüglich weiterhelfen!

 

Wie kann man Bauschmerzen lindern?

  • Lege dein Baby auf den Rücken und schieb die Beine wie bei einer Hocke nach oben – das kann helfen, dass sich Blähungen lösen.
  • Auch kreisende Bauchmassagen,
  • das Tragen im Fliegergriff und
  • warme (nicht zu heiße!) Kirschkernkissen am Bauch sind für viele Kinder angenehm.
  • Achte außerdem auf lockere Kleidung am Bauch.
  • Beim Stillen hilft eine gute Anlegetechnik, damit wenig Luft verschluckt wird.
  • Ersatzmilch kannst du mit besonderen Flaschen füttern, die über ein eigenes Ventilationssystem verfügen, so dass weniger Luft in den Magen kommt. Warte nach dem Zubereiten der Milch auch darauf, dass sich der Schaum reduziert hat.

Wenn dein Baby sehr viel weint, zögere nicht, dir professionelle Hilfe zu holen. Kinderärzte und -ärztinnen, Schreiambulanzen und Hebammen können auf eure spezielle Situation eingehen und gemeinsam mit euch Lösungen finden. Licht am Ende des Tunnels gibt es jedenfalls: Im 4. Monat ist bei vielen Babys die Anpassungsphase und das viele Weinen vorbei.

 

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Quellen:

* https://www.netdoktor.at/krankheit/dreimonatskoliken-8083

**https://www.netdoktor.de/baby-kleinkind/blaehungen-beim-baby/

https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/kinderkrankheiten/verdauungsprobleme/dreimonatskoliken

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