Papa-Bonding – So klappt’s

So fördern Väter die Beziehung

12.März 2020
Deutsch

Wenn es um die Beziehung zum Neugeborenen geht, haben Mütter klar die Nase vorn. Sie spüren das Kind nicht nur lange vor allen anderen, auch die Kleinen sind durch die Zeit im Bauch ganz und gar auf die Mutter geprägt. Für Väter gibt es dennoch genügend Gelegenheit, das besondere Band zu fördern.


Foto: Picsea via Unsplash

Vor der Geburt

  • Bei den Vorsorgeuntersuchungen dabei sein: Bei Arztbesuchen handelt es sich nicht nur um reine Gesundheitschecks, sie schaffen auch emotionale Nähe. Schließlich spüren Väter die Veränderungen im Körper durch das wachsende Kind nicht – aber sie können diese in der Ordination sehen und sogar hören. Das erste Mal den Herzschlag zu erleben, ist für viele Eltern sehr bewegend. Auch die Bewegungen des noch unbekannten Wesens im Ultraschall zu verfolgen, ist beeindruckend.
     
  • Entwicklung des Babys: Um die 19. Schwangerschaftswoche herum kann das Baby im Bauch hören – und macht sich so mit den Stimmen in seiner Umgebung vertraut. Väter sollten also nicht zu schweigsam sein, wenn der Babybauch in der Nähe ist.
     
  • Geburtsvorbereitungskurse: Sie schaffen eine neue Vertrauensbasis zur Partnerin, und helfen dabei, sich mental auf die Geburt vorzubereiten. Das wiederum ist eine gute Voraussetzung, das Baby liebevoll-entspannt und mit Freude willkommen zu heißen – der erste Schritt zu einer besonderen Beziehung.

 

Nach der Geburt

  • Körperliche Nähe: Natürlich hat direkt nach der Geburt erst einmal die Mutter Vorrang, um vielleicht schon die ersten Stillversuche zu unternehmen. Später spricht aber nichts gegen intensives Kuscheln zu dritt oder auch mit Vater und Kind alleine. Im Idealfall hat das Neugeborene nur eine Windel an und der Oberkörper des Vaters ist nackt – der Hautkontakt und dadurch intensiver wahrnehmbare Geruch ist für das Bonding entscheidend. Wichtig: Neugeborene kühlen sehr schnell aus, darum unbedingt eine Decke verwenden und beim Baby je nach Jahreszeit bzw. Raumtemperatur eventuell Haube sowie Söckchen anlassen.
     
  • Arzttermine/Kontrollen mitmachen: Wer mehr weiß, kann mehr und traut sich mehr zu. Das gibt Sicherheit im Umgang mit dem Baby. Der Vater kann damit nicht nur seine Frau entlasten, sondern auch ein eigenständiges Verhältnis und Abläufe mit dem Baby aufbauen. Er kann eigene Fragen stellen und ist beim Entwicklungsstand des Kindes ebenso top informiert wie die Mutter.
     
  • Rechtliche Möglichkeiten ausnützen: Papa-Monat, Elternzeit, Karenz – wenn es für Väter gesetzliche oder betriebliche Angebote gibt, eine Zeit ungestört mit dem Kind zu Hause zu verbringen, sollte das genutzt werden. Die Zeit kommt nie wieder, ist rasend schnell vorbei und gerade im Lauf des ersten Jahres geschehen so viele Entwicklungsschritte, dass es schade ist, viel zu verpassen.

    Die Erinnerung an das gemeinsam Erlebte bleibt für immer und ist die beste Grundlage für eine ganz besondere Beziehung zwischen Vater und Kind.

 

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