PDA gegen Geburtsschmerz

Fragen und Antworten rund um PDA Anästhesie

12.Jun 2017
Deutsch

Die PDA Anästhesie ist eine Betäubungsmethode um den Geburtsschmerz zu vermeiden. Diese sogenannte Spinalanästhesie ist eine lokale Form der Narkose, die nahe des Rückenmarks durch eine Injektion verabreicht wird. Konkret heißt sie Periduralanästhesie und wird gängig mit PDA abgekürzt. Am unteren Rücken werden einige Nervensegmente durch diese Betäubung zeitweilig empfindungslos. Das führt bei bis zu 90% der mit PDA Gebärenden zu einer Bewegungshemmung und zu einer weitgehenden Schmerzfreiheit während der Entbindung. Es handelt sich bei dem Medikament meist um ein Gemisch von Opiaten und einem lokalen Betäubungsmittel.

Was genau passiert bei der PDA?

Zwischen den unteren Lendenwirbeln wird über einen Schlauch, dem Periduralkatheter (PDK), ein Zugang für die Narkose gelegt.  Meist wird eine PDA verabreicht, wenn der Muttermund etwa 5 bis 6 cm geöffnet ist. Wenn er bereits 8 bis 9 cm offen ist, ist eine Betäubung aufgrund der Stärke der Wehen nicht mehr möglich. Der Schwangeren wird über den Schlauch das Schmerzmittel zugeführt. Nach kurzer Zeit machen sich vorübergehende Lähmungserscheinungen in Beinen und Füßen bemerkbar. Die Geburtswehen werden nicht mehr wahrgenommen, denn der gesamte Unterleib ist nun betäubt. Wenn die Wirkung des Medikaments nach einigen Stunden nachlässt, können über den Katheter weitere Dosen verabreicht werden. Über die Zufuhr der Dosis entscheiden der Narkosearzt und die Gebärende gemeinsam.

 

 

PDA gegen Geburtsschmerz  Fotos: Shutterstock

Wie wirkt sich die PDA auf Mama und Baby aus?

Bei der PDA gelangen zwar keine Medikamente zum Kind, die Narkose senkt aber den Blutdruck der Mutter. Das kann sich auf die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen auswirken. Deshalb erhält die Gebärende zusätzlich eine Infusion, die einen Kreislaufabfall vorbeugen soll. Die Entleerung der Blase wird außerdem während der PDA unkontrollierbar. In manchen Fällen ist deshalb ein Blasenkatheter erforderlich.

Da die Gebärende nun vorwiegend liegt und sich kaum bewegt, hat das Baby wenig Hilfe um im Becken voranzukommen. Deshalb wird fast immer ein Wehentropf nötig, also die kontinuierliche Verabreichung des wehenstimulierenden Hormons Oxytocin. Denn der natürliche Geburtsfortschritt stagniert, und im Herzton-Wehenschreiber (CTG) sind deshalb Stressanzeichen des Kindes zu erkennen.

Der Geburtsablauf dauert bis zu drei Stunden länger und die Babys müssen deutlich häufiger als ohne PDA mit einer Saugglocke geholt werden. In seltenen Fällen kommt es zu ernsthaften Komplikationen, über die du aber vor der Geburt aufgeklärt wirst.

Was ist PCEA?

Als Alternative zur PDA gibt es neuerdings die PCEA (patient-controlled-epidural-analgesia), die Patientinnen-kontrollierte Schmerztherapie. Sie ist ähnlich der geburtshilflichen Periduralanästhesie PDA.

Die Gebärende erhält dabei nicht nur kontinuierlich Schmerzmittel, sondern kann sich während der Entbindung selbst über eine einfache Knopfbedienung zusätzliche Dosen verabreichen. Dies erfolgt über eine computergesteuerte Infusionspumpe, die vom Anästhesisten individuell programmiert wird. Dabei werden selbstverständlich Sicherheitsgrenzen berücksichtigt, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt. Die Idee ist, dass du mit dieser Methode je nach Schmerzempfinden die Dosierung entsprechend schnell und unabhängig anpassen kannst.

PDA gegen Geburtsschmerz

Schmerz lass nach! Gibt es Alternativen zur PDA?

Die PDA kann als wichtige Methode für den Notfall gelten. Das Erdulden des Geburtsschmerzes hat aber eine wichtige Aufgabe. Der Schmerz ist ein Indikator für die Steuerung des Geburtsverlaufes. Im Gegensatz etwa zum Zahnschmerz, der lediglich der Hinweis auf eine Entzündung oder Abnutzung ist.

Deshalb vertrauen immer mehr Geburtshelferinnen und Hebammen auf die Wirkung natürlicher Heilmittel. Sie begleiten die Frau durch den Geburtsvorgang und helfen, den Schmerz besser zu ertragen. Zu den natürlichen Schmerztherapien gehören Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie, Massage und Atemtechniken (Hypnotherapie).

 

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