Postpartum: Was tun bei heftigem Stimmungstief?

Rasche Hilfe, wenn sich eine echte Krise anbahnt

17.Jun 2019
Deutsch

Das Baby ist da und du bist völlig überfordert. Nach einer anstrengenden Schwangerschaft oder Geburt (oder beidem) ist die Luft raus. Und statt dem Genuss eines sagenhaften Freudentaumels, schlitterst du stetig in ein unerträgliches Burnout. Womöglich ist das Neugeborene ein Schreibaby oder es gibt anderweitig familiären Druck. So schrecklich es klingen mag: leider tauchen vor und nach der Geburt oftmals ein paar Startprobleme auf. Manchmal schon während das Kleine im Mutterbauch heranwächst. Die ersehnte Erleichterung nach der Geburt kommt dann nun mal auch nicht einfach auf Knopfdruck. Wie dem Teufelskreis nun entrinnen? Was tun bei einer ernsten Lebenskrise mit Baby an Bord?

Mama mit schreiendem Baby am Arm

Foto: Shutterstock

Solltest du daran zweifeln, den Anforderungen gewachsen zu sein, wende dich unbedingt an eine Beratungsstelle in deiner unmittelbaren Nähe.
„Am liebsten würde ich das ständig weinende Bündel einfach weggeben. Ich will das Baby nicht mehr haben!“ Kommen diese oder ähnliche Gedanken auf, ist dringend professionelle Hilfe erforderlich. Denn um festzustellen ob diese Stimmungskrise nun eine „harmlose“ Variante der Heultage im Baby Blues ist, bereits als postpartale/postnatale Depression (PPD) gilt, oder die Form einer postpartalen Psychose (PPP) annimmt, musst du dich an Experten wenden!

Unsere Tipps und Infos sollen dich dabei unterstützen, für dich und das Baby rechtzeitig eine – aus der gegebenen Situation - richtige Entscheidung zu treffen. Am allerwichtigsten ist jedoch, dass du dich nicht wegen eines Schamempfindens davon abhältst, Hilfe zu holen  und auch anzunehmen.
 

Selbsthilfe für den Fall der Fälle:
 

#1 Gesunde Ernährung gegen Depression

Keine Frage, Schwangerschaft und Geburt strapazieren den Körper einer Frau immens. Wenn du dich also ausgezehrt und schwach fühlst, ist das überhaupt kein Wunder! Eine Möglichkeit, um ein Erschöpfungs-Desaster zu vermeiden ist, schon während der Schwangerschaft in Sachen Ernährung super diszipliniert zu sein. Aller Umstände zum Trotz.

Heulkrämpfe und Lust auf Schokomuffins zum Abwinken? Ein gutes Zeichen! Dein Körper zeigt dir so, dass etwas aus dem Lot ist. In stark verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Fertiggerichten fehlen nämlich lebenswichtige Stoffe, die die Nerven (Neurotransmitter) stärken. Was du brauchst, ist reichhaltige Nahrung, die den Serotonin-Pegel erhöht.
Hier findest du Inspiration für leckere UND gesunde Snacks.

Schrillt ganz plötzlich die Alarmglocke, dann hilft selbstverständlich auch mal der schnelle Griff zur Edelbitter-Schoko als Alternative.

Selbstverständlich ist uns klar, dass es dir schwerfällt, dich jetzt selbst zu verwöhnen, aber glaub´ uns. Die richtige Ernährung holt dich aus der nervenzermürbenden Einbahnstraße heraus. Und du schöpfst jene Kraft, die du für dich und dein Baby dringend brauchst!
 

#2 Bewegung

Bewegung ist in allen Lebensbereichen ein richtiger Allrounder – egal ob in positiven oder negativen Zeiten. Natürlich muss man immer als erstes den inneren Schweinehund besiegen, aber das Gefühl danach macht die anfänglichen Strapazen wieder weg. Wichtig ist, dass man die richtige Sportart für die persönlichen Bedürfnisse findet. Zum Beispiel kann man Joggen, um so mit der frischen Luft den Geist zu befreien. Auch Yoga ist eine gute Alternative, um einen klaren Kopf zu bekommen. Wer jetzt an alle möglichen oder unmöglichen Yoga-Posen denkt braucht aber keine Angst haben. Am besten sucht man ein Yoga-Studio auf und erlernt so mit einem geschulten Lehrer die Grundpositionen. Unsere Devise ist dabei auf jeden Fall: Probieren geht über Studieren. Die richtige Sportart wird sich finden!
 

#3 Beratungsstellen – Hotlines

Wenn rein gar nichts mehr hilft und du das Gefühl hast, dass du nicht richtig für dein Baby da sein kannst, wende dich an Stellen, die dir mit ihrer Expertise weiterhelfen.

Scheue nicht davor zurück, wenn nötig mit dem Baby in einer Schrei-Ambulanz einzuchecken. Dort kümmert sich das geschulte Krankenhauspersonal um dein Kleines und du kannst dich endlich mal ausschlafen!

Nicht zuletzt sei erwähnt, dass du mit plötzlichen Stimmungstiefs nicht alleine bist. Verzweifelte Momente kennen auch Paare in einer vermeintlich besseren Position. Insbesondere bei der ersten Geburt.

Hier erfährst du, welche Fragen sich ausnahmslos jede frischgebackene Mama stellt!

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