Rituale im Alltag mit Kindern - Teil 4

Wie entstehen aus alten neue Rituale?

06.Apr 2018
Deutsch

Dass Rituale wichtige Eckpfeiler im Familienleben sind, steht ohne Zweifel fest. Diese Fixpunkte spielen im Tagesablauf von Kindern eine wichtige Rolle, denn sie vermitteln ihnen Sicherheit. Es gibt aber noch mehr Benefits: Rituale entspannen. Denn sobald die Welt vorhersehbar ist, wird sie stressfreier. Schon im Babyalter finden Kinder durch die Wiederholung kleiner und großer Rituale im Alltag Stabilität und Halt.

Rituale im Alltag mit Kindern - Teil 4

Foto: Shutterstock

Allerdings kann es sein, dass es durch Änderungen in der Familienstruktur ein gehöriges Stück an Flexibilität angesagt ist, um die bestehende Routine entsprechend abändern zu können. Kommt etwa ein neues Familienmitglied dazu, braucht es neue Elemente und der Alltag wird durch andere Rhythmen geprägt. Selbst wenn es sich bei dem Zuwachs „nur“ um ein Haustier handelt. Alle Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden, damit aus alten, ausgedienten Ritualen neue werden können, die wieder richtig Spaß machen. Nicht zu unterschätzen ist der Fakt, dass Rituale tolle Erziehungshelfer sind, weil durch die Wiederholung und den Gleichklang Abläufe einfacher gestaltet werden können. Aber abgesehen von den üblichen Wasch- und Essensritualen, gibt es noch unzählige andere tolle Rituale für Kinder.

 

Rituale als Orientierungshilfe

Speziell in Betreuungseinrichtungen wie einer Kita werden ab der Krippe unzählige Rituale durchgeführt, damit der Alltag nicht völlig chaotisch abläuft. Kleinkinder angeln sich bei so einem Tagesablauf – fernab der sicheren Nähe der Eltern - von einem Ritual zum anderen. Oft wird mit einem Morgenkreis begonnen. Hände werden gehalten, spezielle Lieder werden für unterschiedliche Ereignisse gesungen, und für die Mahlzeiten gibt es Abläufe, die immer nach demselben Schema ablaufen, um die Organisation zu vereinfachen. Für die Kinder sind das die Eckpfeiler, die ihnen über den Tag Sicherheit vermitteln.

 

Wie finde ich die passenden Rituale für eine neue Situation?

Schwierig wird es, wenn es zu tragischen Verlusten kommt. Zum Beispiel kann eine Trennung der Eltern den Kindern ganz schön zusetzen. In so einem Fall solltest du für dich und deine Kleinen unbedingt professionelle Unterstützung suchen. Aber gerade angesichts einer derartigen neuen Lebensphase, können Rituale helfen, die Änderungen besser zu bewältigen.
Sobald die ersten Wogen des Verlustes ein wenig geglättet sind, stärken neue wiederkehrende Gewohnheiten und Rituale selbstverständlich auch den Familienzusammenhalt des alleinerziehenden Elternteils mit dem Kind.
Dabei sind besonders Väter gefordert, die nach einer Trennung in vielen Fällen weniger Zeit mit ihren Kindern verbringen.
Es sollte dabei aber niemals zu einer starren Pflichterfüllung kommen. Kinder spüren Anspannungen. Wichtig ist deshalb, dass zum Beispiel beim abendlichen Vorlesen alle Beteiligten einen Gang herunterschalten, um sich richtig wohlfühlen können. Je nach Alter, sollte man Kindern außerdem die Möglichkeit geben, den Ablauf und die Form der Rituale mitzugestalten.

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