Rückbildungsgymnastik kommt zuerst!

Blog Gastartikel: Von Guten Eltern

29.Sep 2016
Deutsch

Hebamme Anja vom Blog Von Guten Eltern verrät uns in ihrer heutigen Kolumne, warum Rückbildungsgymnastik absolut nichts mit einer Trendsportart zu tun hat, sondern für jede frischgebackene Mama ein absolutes Must-Do ist. 

Rückbildungsgymnastik kommt zuerst!

Foto: Shutterstock 

Rückbildungsgymnastik hört sich sicherlich nicht nach einer tollen Trendsportart an, ist aber nach der Geburt eines Kindes unerlässlich. Unter anderem auch, um eben demnächst jegliche Trendsportarten wieder ausführen zu können, ohne Probleme zu bekommen. In der Schwangerschaft verändert sich der Körper innerhalb kürzester Zeit. Es wächst nicht nur das Baby in der Gebärmutter und damit der Bauch der Schwangeren. Auch die Organe in der Körpermitte verändern ihre Lage, die Muskulatur wird verschoben und aufgelockert und Bänder werden ordentlich gedehnt.

Auch wenn sich nach der Geburt die Gebärmutter innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen wieder von Fussball- auf Birnengröße verkleinert, sind damit die Rückbildungsprozesse längst nicht abgeschlossen. Vor allem der Beckenboden, jene aus drei Etagen bestehende Muskulatur, die die Organe wie Blase, Darm und Gebärmutter mitträgt, ist durch die Schwangerschaft stark belastet. Nicht wenige Frauen haben zum Beispiel bereits in der Schwangerschaft mit einer Inkontinenz, dem unfreiwilligen Abgang von Urin zu tun. Nach der Geburt kann das Beckenbodengefühl zunächst ganz und gar fehlen.

Rückbildungsgymnastik kommt zuerst!

Foto: © Von Guten Eltern 

Darum gilt es, diesen Bereich schon im Wochenbett wieder zu aktivieren und zu stärken. Und auch darüber hinaus sollte weiter geübt werden. Mit einem regulären Rückbildungskurs von gerade mal zehn Zeitstunden alleine ist es meist nicht getan. Deshalb sollten Mütter auch im Alltag gut auf ihren Beckenboden achten, zum Beispiel durch eine beckenboden- und rückenfreundliche Haltung. Auch sollte eine übermäßige Belastung durch schweres Heben und Tragen vermieden werden. Es gibt viele kleine Tipps und Tricks, wie man den Beckenboden auch im normalen Babyalltag stärken kann, wenn wenig Zeit ist ohne Kind auf der Yogamatte zu trainieren. Jede Übungseinheit ist eine sinnvolle Investition, denn der Beckenboden soll schließlich ein Leben lang seine Aufgabe gut erfüllen können. Deshalb ist bereits in der Schwangerschaft Beckenbodentraining eine gute Idee. Spätestens nach der Geburt ist es aber ein Muss.

DVD-Tipp: Rückbildungsgymnastik - Das Training mit Grips und Know-How von der Hebamme Christine Niersmann.

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