Schau mir in die Augen, Baby!

Interessantes zur Augenfarbe

16.Jan 2020
Deutsch

Der erste Blick in die Augen eines Babys kann magisch, rührend, überwältigend, vielleicht einfach fröhlich oder auch beängstigend sein. So unterschiedlich dieser Moment auch ist, eines ist meistens gleich: man schaut in blaue Augen. Aber warum ist das so, woher und vor allem wann kommt die endgültige Augenfarbe?


Foto: Verdes Cosmin on Unsplash

Wie ist die Regenbogenhaut aufgebaut?

Die Iris besteht aus dem vorne gelegenen Stroma und dem Pigmentepithel dahinter. Im Stroma befindet sich später auch das Farbpigment „Melanin“. Ein hoher Melaningehalt schützt übrigens vor UV-Strahlen. Die Melaninmenge im Stroma bestimmt dann später auch die Augenfarbe, die genetisch vorprogrammiert ist. Augenfarben können aber auch Generationen überspringen. Je mehr Melanin in der Iris ist, desto dunkler sieht sie aus. Wenig Melanin heißt also: blaue Augen. Etwas mehr Melanin: grüne Augen. Viel Melanin: braune Augen. Das Melanin färbt das Auge allerdings nicht ein, es absorbiert oder reflektiert vielmehr bestimmte Wellenlängen von weißem Licht – das nehmen wir als unterschiedliche Farben wahr.

 

Warum haben die meisten Babys blaue Augen?

Bei Babys ist noch kaum Melanin vorhanden – darum haben hellhäutige Babys in der Regel auch blaue Augen. Bei dunkelhäutigen Kindern wird in der Schwangerschaft schon so viel Melanin produziert, dass die Augenfarbe bereits bei der Geburt braun sein kann.

 

Wann beginnt sich die Augenfarbe zu ändern?

Nach einigen Monaten werden Melanin-Moleküle in der Iris eingelagert und die Augenfarbe entsteht. Meistens findet man die Angabe, dass die Entwicklung der Augenfarbe mit ungefähr einem Jahr abgeschlossen ist. Einige Wissenschaftler gehen in einer Studie* allerdings davon aus, dass bei manchen Menschen erst mit 6 Jahren die finale Augenfarbe ausgebildet ist. Eben diese Forscher haben in ihrer Studie außerdem nachgewiesen, dass sich die Augenfarbe im Lauf der Jahre verändern kann. Sie kann dabei sowohl heller als auch dunkler werden. Es wird angenommen, dass auch diese Wechsel, die bei ca. 10-15% der hellhäutigen Personen vorkommen können, genetisch bedingt sind. Achtung bei plötzlichen und/oder teilweisen Veränderungen der Farbe: dies kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Aber jetzt genug der Theorie: genießt eure Augen-Blicke heute besonders intensiv!

 

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Quellen:
* Eye Color Changes Past Early Childhood; The Louisville Twin Study;
Laszlo Z. Bito, PhD; Adam Matheny, PhD; Karen J. Cruickshanks, PhD; et al; erhältlich unter: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/642125
https://de.wikipedia.org/wiki/Augenfarbe
https://www.planet-wissen.de/natur/sinne/sehen/pwiewissensfrage474.html
https://www.zeit.de/2016/31/augenfarben-wechsel-genetik-stimmts

 

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