Scheidung – Wenn Eltern sich trennen

Wie aus eurer Trennung ein Baum wächst

05.Feb 2017
Deutsch

Wenn Eltern sich trennen: Machen wir uns nichts vor, eine Scheidung oder Trennung ist in der Regel für beide Seiten schmerzhaft. Ist ein Kind da, dem man beibringen muss, dass die Eltern – zumindest in Sachen Zusammenleben – bald getrennte Wege gehen ist es doppelt schwer.  Wie kann ich mit der neuen Situation umgehen? Wie soll ich den Alltag als Alleinerziehender oder Alleinerziehende bewältigen? Was ändert sich für unsere Kind? Wann und wie genau sagen wir es unserem Sprössling? Wie kann man einem Kind, dessen Eltern geschieden sind, eine möglichst unbelastete Kindheit bieten? Eine Patentlösung für all diese Fragen gibt es nicht. Nichts desto trotz versuchen wir euch in den nächsten Wochen einige hilfreiche Tipps und Anregungen zu liefern. 

 

Scheidung – Wenn Eltern sich trennen Fotos: Shutterstock

Wo ist nur der „Prinz und Prinzessin“ Traum geblieben? Du warst so glücklich, hattest hohe Erwartungen. Dein Wunsch nach Stabilität und Familie wurden erfüllt. Vielleicht gab es sogar eine fulminante Hochzeit. Mit dem angereisten Freundeskreis aus aller Herren Länder. Die Liebe füreinander war jedenfalls mal da. Und jetzt? Die Partnerschaft zerbricht. Euer Liebesleben ist längst mausetot. Du willst keinen Streit mehr. Das Gezerre um die Kindererziehung nervt nur noch. Alles scheint im Eimer. Macht einfach das Beste daraus – seid reif, rücksichtsvoll, respektiert euch!  Eine Trennung ist nicht das Ende der Welt.

Das Kind kommt immer an erster Stelle

Klar aber ist, dass euer Kind oder eure Kinder euch beide brauchen. Nur wird es für alle Beteiligten ganz schön viele Veränderungen geben. Lasst sie nicht zur Belastung werden. Egal wie alt oder jung dein Kind ist. Es fühlt, wenn Mama und Papa sich nicht liebhaben. Es will aber auch nicht der Spielball eurer schwindenden Gefühle sein.

Wie wirst du das alles bloß schaffen? Finanziell, organisatorisch, emotional? Der Gedanke bald alleinerziehend zu sein, bereitet vielen Müttern und Vätern große Sorgen. Das Entscheidende ist aber, dass dein Umgang mit diesem Situationsstress dich und euer Kind nachhaltig prägen wird. Es braucht jetzt doppelt soviel an Aufmerksamkeit als sonst. Vielleicht wird dein Kind launisch und macht plötzlich Rückschritte in der Entwicklung. Womöglich ist die Trotzphase ganz besonders stark ausgeprägt oder dein Kind beginnt plötzlich zu fremdeln. Der Prozess eurer Trennung erfordert deshalb ein besonders großes Maß an Einfühlung und Flexibilität. Ein liebevoller, sanfter Umgang mit dir selbst, den Beteiligten und den neuen Rahmenbedingungen ist jetzt dringend notwendig. Hab einfach Geduld und nimm dir die Zeit die du dafür benötigst.

 

Scheidung – Wenn Eltern sich trennen

 

Doch nun zu dir. Du willst nicht verhärten, dein Leben bitter werden lassen, unfair sein oder etwa Lasten abwälzen? Du bist aber wütend auf dich oder deinen Ex-Partner, auf alle Familienmitglieder, auf die ganze Welt?Hier sind einige Tipps für einen möglichst „sanften“ Übergang in den neuen Lebensabschnitt.

Während der schwierigsten Momente, hilft dir ein tiefes Verwurzeln ins Alltagsleben. Auch dann, wenn du diesen Alltag erst mal ganz neugestalten musst. Suche nach Möglichkeiten wie du Groll, Enttäuschung, Trauer – das gesamte Trauma-Paket – bewältigen kannst. Kreiere einen persönlichen Masterplan jener Strategien, die dir in den unterschiedlichsten emotionalen Momenten Erleichterung verschaffen können. Vielleicht hilft dir ein akribisch durchkomponierter Wochenplan den du einhalten willst. Vielleicht musst du lernen genau diese Art von Planung vollkommen aufzugeben. Lass einfach mal alles zu, ohne es zu bewerten. Vergiss dabei nie, dass wenn es dir nicht gut geht, auch dein Kind leidet. 

Wir haben für dich ein paar Hilfestellungen zur Inspiration: 

1. Fachliteratur

Besorge dir Literatur über das Thema Trennung, aber aus verschiedenen Perspektiven. Aus Pädagogik, Psychologie, Philosophie, der Weisheit aller Kulturen. Eventuell sogar aus der Quantenphysik. Vor allem aber, aus der Perspektive der Kinder. Setze deine Erfahrungen in Relation zum Gelesenen. Finde neue Zugänge über die Poesie und die Künste.

2. Atemübungen & Co.

Belege Wellness Kurse, finde Meditationsgruppen, gönne dir ab und zu eine Massage. Suche dir etwas ganz Neues. Geh dort hin wo dich niemand kennt und man dir gegenüber vollkommen unvoreingenommen ist. Wenn dich die Außenwelt neu wahrnimmt, fällt es dir selbst auch leichter, dich (und dein Leben) zu erneuern.

3. Pure Natur

Die Natur (verbunden mit dem Faktor Zeit) hat die Fähigkeit uns einfach durch ihre stille Präsenz zu unterstützen. Ausgedehnte Spaziergänge verschaffen dir und deinem Kind Ruhe und Entspannung. Sie verhelfen zu einem inneren Ausgleich. Pflanzen- und Tierwelt bieten außerdem Raum für Abenteuer und Fantasie

4. Psychologische Betreuung

In jedem Fall solltest du in Betracht ziehen, die Betreuung durch einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Hier findest du Unterstützung und ausführliche Beratung in sämtlichen Fragen rund um die Trennung oder Scheidung. Und: Es wirkt wahre Wunder, sich all den Frust von der Seele zu reden. 

Du kannst die Trennung zum Anlass nehmen und einen Baum für den Eintritt in das neue Leben pflanzen. Wenn ein neuer Partner da ist – und eventuell sogar dessen Kinder dabei sein wollen – bringt ihr dadurch symbolhaft eure neue Familienstruktur auf fruchtbaren Boden. Vielleicht kannst du sogar deinen Ex-Partner daran teilhaben lassen. Eure Kinder wären vermutlich begeistert.

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