Schhh! Geheimniskrämerei in der Familie

Retten kleine Notlügen den Familienalltag?

05.Nov 2018
Deutsch

Eigentlich hast du keine Geheimnisse. Oder etwa doch? Vor den Kindern gewisse Dinge zu verheimlichen, die den Familienzusammenhalt gefährden können, gehören nun mal dazu. Berufliche Probleme oder Zank unter Erwachsenen zählen zu jenen Themen, die nicht gerade für Kinderohren bestimmt sind. Denn nicht nur, dass die Kleinen schon in der Kita beginnen alles Mögliche leicht auszuposaunen, sie können sich mitverantwortlich fühlen und werden dadurch unnötig belastet. Je nachdem wie deine Familiensituation aussieht, ist also ein bestimmtes Maß an Feinfühligkeit gefragt und eine Geheimniskrämerei auch mal angebracht.

Schhh! Geheimniskrämerei in der Familie

Foto: Shutterstock

Aber selbst Mamis sind nicht andauernd und 24/7 perfekt. Irgendwie klappt es zwar, dass du als Mama alles im Griff hast, wenn jedoch ständig ein kleiner Knopf etwas von dir will und der andere dir bis auf die Toilette folgt, liegen manchmal die Nerven blank. Worüber du natürlich manchmal lieber schweigst wie ein Grab. Denn du gibst dein Bestes!

 

Das sag´ ich lieber nicht!

 

Ab und an kann es auch mal von Vorteil sein und der allgemeinen Stimmung im Familienhaus guttun, wenn du nicht mit jedem kleinen Alltagsgeheimnis herausrückst. 

Du buchst eine wöchentliche Yoga Stunde und sagst es sei für die Rückbildung. Dabei willst du einfach nur für zwei Stunden raus aus dem Trott? Genehmigt und völlig verständlich. Alles nur eine Frage der Organisation!

Du kannst nie länger als eine Stunde außer Haus gehen, weil du stillst und vielleicht on-top sogar noch zusätzlich ein Kleinkind oder einen Teenager versorgst? Uff! Alles klar. Solltest du keine Lust mehr darauf haben, dass ständig jemand an deiner Brust nuckelt, beginne einfach Schritt für Schritt mit dem Zufüttern. Nicht alles muss jederzeit und punktgenau abgesprochen werden.

Du nickst vormittags mit dem Baby ein, weil du von den unruhigen Nächten so erschöpft bist? Das nimmt dir auch der Papa sicher nicht übel, denn er braucht abends auch mal Quality-time mit dir!

Auf die eine oder andere Art sind das alles Dinge, die nahezu jede Frau und Mama kennt. Und ja, wozu deinen Liebsten damit behelligen. Sein Mitgefühl hast du sicher, aber nur solange kein Drama daraus wird. Selbst der liebevollste aller Partner hat Grenzen. Deshalb kann er dir nicht verübeln, wenn du eine Strategie entwickelst die dir den Alltag erleichtert, aber gleichzeitig nicht das Unmögliche von ihm abverlangt. Kleine White-lies inklusive!

Nachwort in Familiendingen: Auf lange Sicht lohnt es sich allerdings nicht, eine Fassade aufrecht zu erhalten, nur um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Im Fall einer Trennung zum Beispiel, ist wichtig, dass sich beide Eltern absprechen, die Wortwahl einfühlsam und dem Alter entsprechend gestalten und darauf achten, dass das Kind/die Kinder keinen Vertrauensverlust erlebt/erleben. Denn die Kleinen nehmen sich in manchen Situationen selbst unscheinbare Notlügen zu Herzen, sobald diese aufgedeckt werden.

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