Schlaf, Schwangere, schlaf

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

11.Sep 2018
Deutsch

Nur rumliegen und schlafen, das wollte unsere Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama in den letzten Wochen vor der Geburt. Doch das ging leider nicht mehr: 
 

Schlaf, Schwangere, schlaf
Foto: Shutterstock

Eine Freundin von mir ist vier Monate vor mir zum ersten Mal Mutter geworden. Als ich sie mit ihrem frischgeborenen Baby besuchte, sah sie eben so aus, wie Eltern nun mal aussehen: Müde. Kein Wunder: Der Winzling meldete sich alle zwei Stunden zum Trinken - meine Freundin hatte nach einer Woche die schwärzesten Augenringe, die ich je gesehen hatte. „Schlaf um dein Leben, solange das Baby noch nicht da ist“, sagte meine Freundin. Genau das hatte ich vor. Im Mutterschutz wollte ich so viel wie möglich im Bett bleiben, Serien gucken und schlafen. Ich wollte den Schlafanzug tagelang nicht ausziehen und vorschlafen, damit mich der Schlafentzug später nicht so mürbe macht. Nur: Umso größer der Bauch wurde, desto schlechter konnte ich schlafen. Lag ich auf dem Rücken, bekam ich Sodbrennen, lag ich auf der Seite schmerzte mein Rücken. Außerdem musste ich ständig auf die Toilette, bis zu drei Mal die Nacht. Und dann noch dieses Kopfkarussell, das sich drehte, sobald ich die Augen zumachte: Wie würde die Geburt werden? Würde das Stillen klappen? Wie würde mein Leben als Mutter verlaufen?

Und so kam es, dass ich schon todmüde war, als das Baby auf die Welt kam. Ich versuchte es mir schön zu reden, dass ich so wenigstens schon an den Schlafentzug gewöhnt war und nicht völlig davon überrumpelt wurde. 

Und wie jede Mehrfach-Mama weiß: Bei Kind Nummer 2 und 3 wurde es nicht besser. Wenn mich der Babybauch mal nicht störte, krabbelte ein Kind nachts unter die Decke oder war krank oder musste aufs Klo. Manchmal lag ich nachts im Bett und rechnete mir aus, wie viele Jahre ich schon nicht mehr ungestört geschlafen hatte. 

Ganz verrückt wurde es übrigens, als ich das erste Mal ohne Kinder verreist war. Ich wollte ausschlafen, so wie früher. „Nicht eine Minute früher als zehn Uhr werde ich meine Augen aufmachen“, dachte ich. Allerdings wachte ich erstmal mehrmals die Nacht auf, weil ich nicht wusste, wo ich bin und pünktlich um 6.08 Uhr weckte mich meine innere Uhr - denn normalerweise steht mein Söhnchen immer kurz nach sechs auf. 

All das sollte man eigentlich keiner Frau erzählen, die gerade ihr erstes Kind erwartet. Da wir hier aber schon mal aus dem Nähkästchen plaudern, verrate ich: Man gewöhnt sich an den wenigen Schlaf. Es ist manchmal hart, aber mit einer großen Tasse Kaffee und einem Not-Mittagsschlaf, wenn es ganz schlimm ist, übersteht man die Tage trotzdem gut. 

Und irgendwann, da bin ich mir sicher, schlafen wir Mamas alle wieder 12 Stunden am Stück und können unsere Teenager-Kinder dann gut gelaunt aus dem Schlaf kitzeln. 

 

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