Schlaf, wenn das Baby schläft! - warum das gar nicht so leicht ist

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

29.Mai 2018
Deutsch

Schlafentzug ist Folter und trotzdem sorgen sich viele Mütter vielmehr um einen perfekt geregelten Haushalt als um ihren eigenen Schlaf um die Mittagsstunde. Ein großer Fehler, findet unsere Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama.
 Schlaf, wenn das Baby schläft! - warum das gar nicht so leicht ist

Foto: Shutterstock

Ich bin so müde, so entsetzlich müde“, seufzte eine Freundin von mir, die vor drei Monaten ihr erstes Baby bekommen hat. Denn leider hat meine Freundin keins von diesen Wunder-Exemplaren zu Hause, das von Beginn an durchschläft - nein, das Baby weckt sie im Eineinhalbstunden-Takt, weshalb sich meine Freundin morgens so fühlt, als sei gerade ein LKW über sie drübergefahren. 

Ich kenne das. Auch meine Kinder haben frühestens mit einem Jahr durchgeschlafen. Ich kenne diese Tage, an denen die Müdigkeit so erdrückend ist, dass man kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Die ganze Welt scheint in Watte gepackt, jeder Gang ist anstrengend und halbwegs normale Konversation undenkbar.  

Legst du dich tagsüber mit der Kleinen hin?“, fragte ich meine Freundin. „Kann ich nicht. Ich kann nicht abschalten, weil ich immer daran denke, was noch alles zu tun ist“, sagte sie. 

Auch das kenne ich. Gerade bei meinem ersten Kind war ich nicht in der Lage, mich einfach zu dem Baby zu kuscheln und die schlaflosen Nachtstunden wieder aufzuholen. Ich habe stattdessen Wäsche gewaschen, Fotos für das Album sortiert, das Bad geputzt. Ich redete mir ein, ich sei ja „nur Mutter“, da müsse der Haushalt doch nebenbei zu schaffen sein. Es kam mir fast unanständig vor mitten am Tag zu schlafen. 

Was zu Folge hatte, dass ich fast wahnsinnig wurde vor Müdigkeit und dem Druck, ich müsse alles perfekt schaffen. 

Heute, ein paar Jahre später, weiß ich, wie albern ich war. Und kann allen frischgebackenen Eltern nur sagen: „Legt euch ins Bett, egal, ob es halb zehn am Vormittag ist oder ob ihr einen langen Mittagsschlaf macht. Es ist auch egal, wenn ihr eine Weile abends um acht ins Bett geht - das einzig Wichtige ist, dass ihr genügend Schlaf bekommt!“ 

Es ist nicht relevant, dass sich eine Zeit lang im Keller die Wäsche stapelt. Wirkliche Freunde werden verstehen, dass ihr im Moment nicht lange am Telefon quatschen könnt. Hier und da eine Tiefkühlpizza statt einem frisch gekochten Mahl bringt euch nicht um. Ihr habt gerade ein Kind bekommen. Das ist ein Einschnitt und das darf man auch sehen. Ihr müsst nicht weiterhin perfekt funktionieren, ihr dürft müde sein - und ihr müsst was dagegen tun. 

Schlafentzug ist Folter - ausgeschlafen seid ihr belastbarer, ausgeglichener, fröhlicher - all das kommt eurem Kind zu Gute. Deshalb: Schmeißt euer schlechtes Gewissen über Board und kuschelt euch unter die Decke. Die Zeiten werden auch wieder anders - und bis dahin: Schlaft um euer Leben. 

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