Schwanger im Studium

Ist jetzt die beste Zeit, ein Kind zu bekommen?

01.Aug 2017
Deutsch

Vermutlich gibt es ihn gar nicht – den idealen Zeitpunkt um schwanger zu werden. Und in vielen Fällen ist die Planung einer Schwangerschaft gar nicht so einfach. Doch immer wieder bekommen junge Frauen zu hören: „Werdet im Studium schwanger! Ihr werdet nie wieder so viel Zeit haben!“ Doch was ist dran an diesem Ratschlag? Welche Vor- und welche Nachteile hat so eine Schwangerschaft während dem Studium? Wir sagen es dir.

 

Schwanger im StudiumFotos: Shutterstock

Schwanger im Studium – ein Baby während dem Studium

Die Vorteile:

  • Ein Urlaubssemester, um 6 Monate in der Endphase der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt vom Studium auszusetzen, wird von Universitäten genehmigt, ohne dass du dadurch die Regelstudienzeit überschreitest.
  • Das Verschieben von Prüfungen bietet dir Handlungsspielraum.
  • Die meisten Universitäten unterstützen dich mit Beratung zu finanziellen Themen. Manche Hochschülerschafts-Organisationen bieten Sachspenden oder Geldmittel an.Staatliche Fonds und universitätsspezifische Stiftungen können dir bei Geldangelegenheiten Hilfe anbieten.
  • Einige Fakultäten bieten Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungskurse an. Interne Sozialdienste und Beratungsstellen können dich bei Konflikten unterstützen.
  • Du entwickelst Organisationstalent, Flexibilität und Durchhaltevermögen. Das sind gute Voraussetzungen für einen Arbeitsplatz.

Schwanger im Studium

Die Nachteile:

  • Die meisten Studiengänge sind als Vollzeittätigkeit ausgelegt. Dein Baby benötigt aber nach der Geburt eine 24 Stunden Betreuung. Sollte es zeitlich zu Hindernissen kommen, musst du das der Lehrgangsleitung mitteilen.
  • Wenn dein Partner Vollzeit arbeitet oder du alleinerziehend bist, bist du entweder auf die Hilfe deiner Familie und Freunde angewiesen, oder du musst dein Kind in Fremdbetreuung geben.
  • Auch wenn du Kinderbetreuungsgeld und andere Mittel erhältst, kann es zu finanziellen Engpässen kommen.
  • Eine Schwangerschaft und Babypause können die Studiendauer verlängern. Auch das Absolvieren von Praktika oder Auslandssemester kann knifflig werden.
  • Im Studium herrscht ein zunehmender Konkurrenzdruck. Der Wettbewerb um einen Arbeitsplatz ist mit (kleinem) Kind nicht einfach.

Fazit: Für dich als Mama (in spe) bedeutet ein Studium auf jeden Fall eine Doppelbelastung. Selbst bei der besten Unterstützung durch die Familie und einem guten Kinderbetreuungsplatz. Du hast zwar flexiblere Anwesenheitspflichten als bei vielen Arbeitsplätzen, musst aber sehr diszipliniert sein, wenn es um das Schreiben von Seminararbeiten oder die Vorbereitung auf Prüfungen geht.

 

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