Schwanger sein mit Über- oder Untergewicht

Wann bestehen Gefahren und wie sehen diese aus?

07.Jan 2017
Deutsch

Frauen, deren Körpergewicht sich weit außerhalb des „Normalbereiches“ bewegt sind Blicke oder Kommentare gewöhnt. Besonders wenn es um Schwangerschaft geht, ist das Körpergewicht der werdenden Mama ein strittiges Thema. Leidet eine Frau an Über- oder Untergewicht, so wird die erfreuliche Nachricht „Ich bin schwanger“ oftmals getrübt durch Sorgen um das ungeborene Kind sowie gut gemeinte Ratschläge aus dem Umfeld. Doch wann ergeben sich aus Über- und Untergewicht der werdenden Mama wirklich Gefahren für die Gesundheit des Babys? Und wie sehen diese aus? Wir sagen es dir. 

Foto: Shutterstock

Über- und Untergewicht 

Für die Definition von Über- und Untergewicht werden nach wie vor Gewichtstabellen verwendet. Da die bloße Zahl auf der Waage allerdings nur selten aussagekräftig ist, wird zur Beurteilung des Körpergewichtes meist der sogenannte BMI (Body Mass Index) zu Rate gezogen. Dieser stellt das Körpergewicht einer Person in Relation zu seiner Körpergröße. Mehr Infos und einen BMI Rechner findest du hier.

Allerdings ist auch beim BMI die Aussagekraft umstritten. Aus einem bestimmten Grund: Der individuelle Körperbau, die Schwere der Knochen und der Anteil der Muskelmasse werden beim Body-Mass-Index nicht ausreichend berücksichtigt. So haben unzählige Frauen, die körperlich völlig gesund, fit und sportlich sind, einen zu hohen (Übergewicht) oder zu niedrigen (Untergewicht) BMI. Sollte dein BMI daher ein wenig außerhalb des Ideal- oder Normalbereiches liegen, ist dies noch lange kein Grund zur Sorge!

Welche Gefahren ergeben sich durch Über- oder Untergewicht?

Es lässt sich nicht schönreden: Massives Übergewicht (BMI > 30)  ebenso wie auch starkes Untergewicht (BMI < 16 ) ist nicht gesund, weder für dich, noch für dein Baby. Übergewicht begünstigt unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Atembeschwerden und Gelenkprobleme. Aber auch Untergewicht ist problematisch und kann negative gesundheitliche Folgen haben. Etwa eine deutlich höhere Anfälligkeit für Infekte und Osteoporose oder auch häufige Kraftlosigkeit. 

Ist eine Frau schwanger, so erhöht sowohl starkes Über- als auch Untergewicht das Risiko, dass die Schwangerschaft nicht optimal verläuft. Hinzukommt, dass häufige Schwangerschaftsbeschwerden – wie Rücken- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Wassereinlagerungen – bei übergewichtigen oder untergewichtigen Frauen stärker auftreten können. Auch bei der Geburt wirken die Begleiterscheinungen die Über- oder Untergewicht häufig mit sich bringen, teilweise erschwerend. All dies gilt allerdings nur bei extremem Über- und Untergewicht, nicht jedoch bei ein paar Kilos zu viel oder zu wenig auf den Rippen. 

Ja, ein gesundes Gewicht ist die beste Voraussetzung für eine gesunde Schwangerschaft. Jetzt ist es noch viel wichtiger, dass du dich ausgewogen ernährst, dich ausreichend bewegst, viel an der frischen Luft bist und unnötigen Druck vermeidest. Genau vor diesem Hintergrund sollten Diäten in der Schwangerschaft absolut Tabu sein. Denn sie setzen deinen Körper und somit auch den Körper deines Babys unter Stress. Wenn du die Schwangerschaft als Grund nimmst, deine gesünderen Ernährungsvorsätze umzusetzen, dich mehr zu bewegen, regelmäßiger zu essen, den Fast Food Gelüsten immer seltener nachgibst, dann ist dies natürlich absolut zu begrüßen.

Gerade starkes Untergewicht oder Übergewicht sind auf jeden Fall Themen, die du frühzeitig mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprechen solltest, insbesondere, wenn sie dich seelisch belastet oder du dich um die Gesundheit deines Sprösslings sorgst. 

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