Schwanger! Wann sag ich es wem?

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

24.Jul 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt darüber, was es bei der Verkündung der Schwangerschaft alles zu beachten gibt.
 

Da liegt er, der Schwangerschaftstest mit den zwei Strichen, die alles verändern. Meist geht diesem positiven Test schon eine Vorahnung heraus. Oder er wird vielleicht sehnsüchtig erwartet, weil der Kinderwunsch bereits lange besteht. Doch selbst dann kommt es irgendwie doch überraschend, dass da nun wirklich ein Baby unterwegs sein soll. So viele Gefühle und so viele Gedanken, die einen in diesem besonderen Augenblick gleichzeitig durchströmen.

Die meisten Frauen haben das Bedürfnis, bald jemandem davon zu erzählen. Oft ist der Partner die erste Person, die von der Schwangerschaft erfährt. Vielleicht ist es aber auch eine sehr gute Freundin, die Schwester oder die eigene Mutter. Die ersten Personen, die von der Schwangerschaft wissen dürfen, stehen einem jedenfalls meist sehr nahe. Es sind vertraute Menschen, mit denen man auch die vielen Emotionen teilen kann, die einen oft schon zu Beginn der Schwangerschaft überrollen.

Die Entscheidung, wer darüber hinaus schon recht früh von der Schwangerschaft erfahren soll, ist dagegen sehr individuell. Meist sieht man ja in den ersten Wochen oder Monaten noch nicht unbedingt von außen, dass ein Baby unterwegs ist. Viele werdende Eltern wollen die ersten zwölf Schwangerschaftswochen abwarten, da in diesem Zeitraum das Fehlgeburtsrisiko erhöht ist. Der Gedanke dahinter ist vielleicht, dass man sich dann in einem solchen traurigen Fall nicht noch anderen erklären muss. 
 

Schutz des ungeborenen Kindes hat Vorrang

Doch gerade, wenn wirklich eine Schwangerschaft vorzeitig endet, wird das „Nicht darüber reden können“ auch oft als Belastung empfunden. Ich selbst habe es bei meiner Fehlgeburt im ersten Schwangerschaftsdrittel sogar als sehr hilfreich im Verarbeitungsprozess empfunden, dass wir es vorab erzählt hatten. So konnten wir mit den Menschen, die sich mit uns zusammen auf dieses Baby gefreut haben, auch unsere Trauer über den Verlust teilen. 

Manchmal ist das frühe Bekanntgeben der Schwangerschaft auch notwendig, um das sich entwickelnde Menschlein im Bauch zu schützen. Denn nicht alle Arbeitsplätze sind für Schwangere geeignet. Infektionsrisiken oder der Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen sind mögliche Gründe, weshalb der Arbeitsplatz umgestaltet werden muss oder sogar ein Beschäftigungsverbot angezeigt ist. Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Tätigkeiten in welchem Umfang erlaubt sind. Damit es anwendbar ist, muss der Arbeitgeber natürlich über die Schwangerschaft informiert sein. Meist bekommen es so natürlich auch noch andere Kollegen mit. Aber der Schutz des ungeborenen Kindes sollte hierbei in jedem Fall Vorrang haben.

Eine frühe Bekanntmachung der Schwangerschaft hat eventuell sogar den Vorteil, dass mehr Verständnis da ist, wenn sich eine Frau im Zuge der Frühschwangerschaft vielleicht häufiger krankmelden muss. Denn viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter stärkerer Übelkeit oder einer großen Müdigkeit und Erschöpfung. Dies führt dazu, dass die Arbeit aber auch der normale Alltag manchmal nur schwer zu bewältigen sind. Freunde und Familienmitglieder, die von der Schwangerschaft wissen, bieten dann vielleicht von sich aus mehr Hilfe an, etwa bei der Betreuung von Geschwisterkindern.
 

Zeit für die Hebammensuche

Auch der Hebamme sollte man relativ früh von der Schwangerschaft erzählen. Ich habe unsere Wunschhebammen immer bereits in den ersten Tagen nach dem positiven Schwangerschaftstest informiert. Während man weiterhin zu seiner bisherigen Frauenärztin gehen kann, sucht man sich ja schließlich für jede Schwangerschaft eine Hebamme entsprechend neu aus bzw. muss erfragen, ob die bereits vertraute Hebamme noch Kapazitäten hat. 

In Zeiten des Hebammenmangels melden sich immer mehr Frauen bereits in der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche für die Hebammenbetreuung an. Vor allem dann, wenn eine Geburtsbegleitung durch eine Beleghebamme oder für eine außerklinische Geburt gewünscht ist, sollte man sich wirklich beeilen. Doch auch für die Betreuung vor und nach der Geburt durch eine Hebamme sollte man sich frühestmöglich kümmern.

In vielen Geburtskliniken ist es mittlerweile erforderlich, sich noch im ersten Schwangerschaftsdrittel anzumelden. Wer eine Wunschklinik im Auge hat, sollte sich dort früh genug nach den jeweiligen Anmeldemodalitäten erkundigen. 

In manchen Regionen ist es sogar schon erforderlich, sich zusätzlich in der Frühschwangerschaft in den Kitas vor Ort auf die Warteliste setzen zu lassen

Allein aus organisatorischen Gründen sind es also mittlerweile doch so einige Menschen, die schon recht früh von der Schwangerschaft erfahren. Und darüber hinaus sollte man natürlich individuell überlegen, mit wem man wann noch zusätzlich seine Vorfreude auf das Kind im Bauch teilen möchte.

 

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