Schwangerschaft: Kind raus, Sushi rein

Blog-Gastartikel: Einer schreit immer

03.Aug 2018
Deutsch

Als Schwangere gibt es zahlreiche Lebensmittel, die Frau meiden sollte. Unsere Gastbloggerin Christina vom Blog Einer schreit immer schreibt – wie immer – sehr amüsant darüber, warum sie für Sushi in der Schwangerschaft beinahe getötet hätte.
 

Bitte denk jetzt nicht an einen roten Elefanten. Das funktioniert nicht, oder? Genauso ging es mir mit Sushi in der Schwangerschaft. Rohen Fisch sollten Schwangere ja nicht unbedingt essen. Die Gründe dafür kennen wir: Durch rohen Fisch besteht die Gefahr einer Belastung mit Listerien. Und eben diese Bakterien können eine Listeriose auslösen. Weil man als Schwangere zwar Sushi will, aber keine Listeriose, verzichtet man also am besten auf Sashimi und Co.

Und was soll ich sagen? Ich habe gelitten! Denn eine alte Weisheit sagt: Der Mensch will immer genau das, was er nicht haben kann. Aber die unfreiwillige Sushi-Abstinenz stimmt einen dann schon sehr gut auf das ein, was noch kommen wird. VORSICHT, SPOILER: Denn ist das Kind – oder in meinem Fall – die Zwillinge erst mal da, will man auch vieles, was man dann einfach nicht haben kann. Schlafen etwa. Oder aufs Klo gehen, ohne von einem Brüllkonzert begleitet zu werden. Oder einfach mal in Ruhe Trash-TV schauen.

 
Unterwegs mit einer Schwangeren...

Apropos etwas wollen, aber nicht haben können: Als Schwangere will man beispielsweise von A nach B fahren, um soziale Kontakte nicht einschlafen zu lassen. Im Normalfall liegt A von B genau 45 Minuten entfernt. Als Schwangere benötigt man für diese Strecke allerdings mindestens 75 Minuten. Das liegt daran, dass man vor der Abreise dringend noch einmal aufs Klo muss. Und außerdem verlangt das ungeborene Kind kurz vor der Abreise nach einem Liter Orangensaft und eine halbe Packung Toffifee. Die Abreise verzögert sich dadurch um 15 Minuten. Ist man schließlich endlich im Auto, hat die Auffahrt zur Autobahn ergattert, merkt man, dass man durch die gewonnenen Höhenmeter der AUF-Fahrt einen gestiegenen Blasen-Druck hat. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als wieder von der Autobahn abzufahren. Zeitverlust: weitere 15 Minuten. Man muss es positiv sehen: Man lernt viele neue Orte und Raststationen kennen.

Aber kommen wir doch zurück zu meinem Sushi-Dilemma. Wir erinnern uns: Ich hätte in der Schwangerschaft für Sushi getötet. Ich habe versucht mich mit Gurken-Maki abzulenken, quasi das Methadon für Sushi-Esser. Aber was soll ich sagen: Gurken sind eben nicht das gute Zeug... 

Und so kam es, wie es kommen musste: Als die Zwillinge nach langen Wochen des Sushi-Entzugs schließlich das Licht der Welt erblickten, war für mich eines sonnenklar. Ich stellte mir die Frage aller Fragen: Butter- oder Thunfisch? Egal! Heute lachs ichs mir schmecken...

Und so rückte der beste Ehemann von allen einen Tag nach der Geburt mit Sushi-Platte zur mir ins Krankenhaus an. Statt einem Blumenstrauß gab es dann die Tokoyo-Platte für zwei Personen. Und was soll ich sagen? Er bekam nur die Gurken-Maki ab...

 

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