Schwangerschaftsverkündung: Das Glück sofort teilen oder lieber nicht?

Blog Gastartikel: Lächeln und Winken

18.Okt 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anke von LÄCHELN UND WINKEN konnte nie damit warten, Familie und Freunden von ihrem großen Glück unter dem Herzen zu berichten. Aber war die Schwangerschaftsverkündung immer eine gute Entscheidung? Oder macht es einen möglichen Verlust dann schwerer?

Man muss eigentlich noch nie selbst schwanger gewesen sein, um zu wissen: Es ist besser, die ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft für sich zu behalten, weil erst danach das Fehlgeburts-Risiko sinkt. Dennoch konnte ich es nie. Ich musste darüber sprechen. Und das nicht nur mit meinem Mann, sonst wäre ich glatt geplatzt. Insgesamt viermal war ich in dieser Situation und immer griff ich sofort zum Telefon, um meiner Mutter, meiner Schwester und meiner besten Freundin die frohe Nachricht mitzuteilen. Für mich gab es da keine Alternative. Auch nicht, nachdem ich zwei Fehlgeburten erlitten hatte.
 

Eine sehr individuelle Entscheidung

Das erste Mal schwanger zu sein, hätte ich nie im Leben für mich behalten können – nicht einmal fünf Minuten. Das bezog sich nicht nur auf die Wahnsinns-Glücksgefühle, die sich umgehend in mir breitmachten, sondern auch auf meine Ängste. Ich musste darüber sprechen und hoffte auf beruhigendes Feedback – ein Wunsch, der von meinem engsten Umfeld gern bedient wurde. Zumindest während der ersten Schwangerschaft und dem zweiten positiven Test beinahe zwei Jahre später. Die Entscheidung vieler werdender Mütter es hingegen NICHT zu erzählen, konnte ich also vorerst nur schwer nachvollziehen.
 

Beides hat Vor- und Nachteile

Meine zweite Schwangerschaft hielt nicht. Die dritte auch nicht. Die Fehlgeburten trafen nicht nur mich hart, sondern auch jene Menschen, die ich mit einbezogen hatte. Meine Trauer zu „vertuschen“ war keine Option. Wir mussten gemeinsam da durch. Zudem brachte es meine anfängliche Offenheit natürlich mit sich, dass ich in den folgenden Wochen oft gefragt wurde, wo denn mein Bäuchlein bliebe, wenn es jemand noch nicht mitbekommen hatte. Durchaus unangenehm, denn selbst bei mir gab es Momente, in denen ich lieber nicht darüber reden oder wieder in meinen Schmerz zurückgeworfen werden wollte. Also definitiv ein Nachteil.
Wichtiger war mir jedoch, dass ich nicht allein war. Zu keinem Zeitpunkt. Es gab immer Leute, mit denen ich reden konnte... denen ich nicht erst noch von der Schwangerschaft berichten musste, um getröstet zu werden, weil sie mich sofort in den Arm nahmen. Ein Vorteil, ganz klar.  
 

Dem Herzen folgen

Mit einem Wunschkind schwanger zu werden, ist immer ein großes Glück, das es wert ist, geteilt zu werden mit den Menschen, die man am meisten liebt und die einen im schlimmsten Fall eh auffangen würden/müssten ;) . Und es ist doch so: Angst ist nie ein guter Begleiter – geteilte Freude und die damit verbundenen besten Wünsche jedoch schon. <3

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