Sie ist schwanger – du völlig ausgebrannt

Wie du als Papa in spe mit den Launen einer werdenden Mama klarkommst

26.Dez 2018
Deutsch

In der Partnerschaft genauso wie in der Rolle als Vater spielt der Mann heute einen viel zentraleren Part als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Du powerst dich im Alltag aus, weil von dir an allen Enden viel erwartet wird. Dein Engagement ist spätestens ab der ersten Schwangerschaft deiner Liebsten mehr als gefragt. Aber das geht auf Kosten deiner Freizeit und der Erholung. Damit es nicht zu einem „Spill-over-Effekt“ kommt und der Stress auf die Familie hinüberschwappt, ist es wichtig rechtzeitig die Bremse zu ziehen. Denn wenn du beginnst aus den Socken zu kippen, ist es schon zu spät und aus der chronischen Erschöpfung wird dann womöglich ein saftiges Burnout.

Sie ist schwanger – du völlig ausgebrannt

Foto: Shutterstock

Nicht nur als frischgebackener Vater, der das Wochenbett ab-puffert kannst du an deine Grenzen gelangen. Schon weit davor, wenn ihr als Paar beruflich doppelt belastet seid, kommt es möglicherweise zu Phasen einer Überforderung, die ausufern kann. Was darunter immens leidet, ist die Partnerschaft. Denn als Mann wird von dir oft erwartet, dass du dich abrackerst und in jeder Lebenslage gefälligst zusammenreißt. Und das macht Spannung.

Die sensible Zeit der Schwangerschaft kann das Fass zum überlaufen bringen. Denn durch die typische Hormonumstellung wird das Nervenkostüm beider Eltern in spe dünner. Was also dagegen tun?

Hier sind drei Tipps, die dich hoffentlich dazu inspirieren, dagegen zu steuern.
 

#1        Ziehe (liebevoll) Grenzen

Babythemen sind einfach nicht jedermanns Sache. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass du dich desinteressiert zeigen sollst, wenn deine Liebste voller Begeisterung ihre neuen Erkenntnisse mit dir teilen will. Möchtest du aber nicht in jedes Detail eintauchen, weil du mal Ruhe brauchst, dann ist wichtig, dass du dich auch mal zwischendurch etwas abgrenzt. Horrorgeschichten über die Geburt, mögliche Stillprobleme und andere Themen kosten dir nach einem harten Arbeitstag womöglich den letzten Nerv. Bleibe also liebevoll, aber sei bestimmt, wenn du Abstand brauchst.
 

#2        Vergiss das mit dem Wetteifern

In einigen Fällen denken werdende Väter schon während des Nestbaus daran, wie sie sich später genauso wie die Mama in spe um die Kinder kümmern wollen. Nichts ist dagegen einzuwenden, häuslicher zu werden. Allerdings geht es nicht darum, gleich nach Dienstschluss in die Rolle einer „besseren“ Mama zu springen. Denn auch darunter kann wieder mal die Partnerschaft leiden. Und nicht zuletzt das Liebesleben. Leider gibt es mittlerweile eine Art Rollenchaos, wenn es um das Elternsein geht. Es kommt – meist unbewusst – zu einem Wettkampf: „neue Väter“ wollen mindestens gleichwertig für das Baby da sein. Gibt es dann auch noch Geldsorgen und viel zu wenig Zeit für einen Ausgleich in der Freizeit, stürzt das Kartenhaus über kurz oder lang womöglich zusammen. Deshalb lohnt es sich, ganz sachlich eine Aufgaben- und Zeitverteilung für die Woche zu planen.
 

#3        Dinge wie Ratgeber machen Sinn

Stress wirkt sich bereits in der Schwangerschaft ungünstig auf das Ungeborene aus. Nicht nur die Erschöpfung der Mama in spe, aber auch dein Missmut und deine Gereiztheit sind für das Baby spürbar. Selbst wenn du die Tendenz hast, deine Stimmungen hinunter zu schlucken. Damit ihr harmonisch durch die Schwangerschaft kommt, macht es Sinn, wenn ihr gemeinsam nach Unterstützung sucht. Ob nun durch Hilfe die aus der Familie und dem Freundeskreis kommt, ob durch Ratgeber - oder durch Burnout-Präventionsseminare – es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Wichtig ist, dass ihr beide an einem Strang zieht und rechtzeitig handelt.

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