Sind Papas Maulhelden oder Männer mit echtem Tatendrang?

Wenn Väter alles besser wissen (wollen)

01.Dez 2017
Deutsch

Superpapa, viele Fragen suchen nach (d)einer Antwort!

Aber sicher, der Tatendrang von Papas in der Kindererziehung ist enorm angestiegen. Das ist auch echt spitze! Aber heißt das jetzt automatisch, dass ein selbsternannter Über-Papa die bessere Mama ist?

  • Weil er online in Lifestyle Magazinen und Papa-Blogs alles über das „richtige“ Mama-Sein erfährt und deshalb den Biss hat auch alles besser zu machen?
  • Weil er den Putzlappen richtig hält oder ungefragt den Einkauf macht?
  • Weil er es ist, der im Alltag die Anerkennung für alles das kassiert, was du als Mama selbstverständlich liefern musst?
  • Weil er das (nicht ganz neue) Bedürfnis hat, dabei zu sein, wenn seine Kinder aufwachsen und auch sowas wie ein Mama-Kind-Bonding haben will?
  • Weil ihm dämmert, dass Mama-Sein nun doch auch hart wie ein Job ist, und nach Wertschätzung schreit, zeigt er der Welt mal, wie´s richtig geht?
  • Weil versorgen und beschützen auf Dauer langweilig ist?

Sind Papas Maulhelden oder Männer mit echtem Tatendrang?

Foto: Shuterstock

Die Gegenfragen: worum geht es eigentlich bei Gleichberechtigung in der Familie?

Zum Haare raufen ist für die Frau prinzipiell mal jede Debatte, die darauf hinausläuft, dass sie vom Mann als Kampf-Feministin an die Wand gestellt wird. Nämlich wenn sie in Sachen Erziehung ihre eigene Überzeugung hat, anstatt mit dem Meinungsbildner Status-Quo mitzulaufen. Oder wenn sie ganz einfach punktgenau weiß, welche ihrer Bedürfnisse überdurchschnittlich lange hintenanstehen. Männer verlieren bei diesem satten Diskurs leider schnell die Geduld und jeden Funken von Charme. Den hätten sich Frauen sowieso schon lange verbockt. So der Mann. Aber hallo?

  • Geht es im Familienverband nicht darum, dass man sich gegenseitig unterstützt und hilft?
  • Wer macht nun eigentlich das Stimmungsbarometer, wenn es um den Rollentausch in der Familie geht? Wir oder die Anderen?
  • Warum werden Papas, die mehr als zwei Monate Elternzeit machen gefeiert, Frauen aber selten für ihr Mama-Sein gelobt?
  • Warum werden Dinge wie die unterschiedlichen Vorstellungen zu Kindererziehung und Haushaltsführung zu Paar-Konflikten?
  • Und wieso sind die Rahmenbedingungen bei der externen Kinderbetreuung oder bei Jobs für Frauen und Mütter immer noch nicht ausreichend attraktiv?

 

Offenbar ist es ein Ansporn für viele Väter, nicht nur das Beste draus zu machen -  sondern wenn möglich ein Masterdiplom, das sich sehen lässt.
Sobald Väter Engagement in der Familie zeigen, wird das von vielen Seiten bewundernd thematisiert. Sicher aber auch nicht immer unkritisch. Denn selbst aus den eigenen Reihen der „Buddys“ kreisen manchmal herablassende Sprüche, wie: Ooch, du machst wohl gerade dein Windel-Volontariat? (Weil er die Vatermonate in Anspruch nimmt.) 

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