So kannst du Geschwisterstreit vermeiden

Blog Gastartikel: Die kleine Botin

26.Dez 2017
Deutsch

Gastbloggerin Daniela von Die kleine Botin hat die amerikanische Familienberaterin und Coach Naomi Aldort im Rahmen ihrer Europatour getroffen. Geschwisterstreit und der Umgang mit Rivalitäten in der Familie waren außerdem Thema im Vortrag.

So kannst du Geschwisterstreit vermeiden

Foto: Die kleine Botin 

Geschwisterstreit

Es ist immer dasselbe. Kaum ist man als Mama nicht im Raum, wird gezankt und gezetert. Streit unter Geschwistern ist so alt wie die Menschheit selbst. Wir können uns wahrscheinlich auch noch gut an viele Situationen und Gerangel und Uneinigkeiten in unserer eigenen Kindheit erinnern.

 

Warum passiert das?

Die einfühlsame und großartige Familientherapeutin und Autorin Naomi Aldort erklärt es recht drastisch, aber verständlich: Streit passiert dann, wenn wir nicht da sind. Wenn wir dem jüngeren Kind die Aufmerksamkeit nicht geben (können), die es braucht.
Wenn es sich von uns nicht wahrgenommen fühlt, dann wendet es sich an die größere Schwester oder den älteren Bruder. Leichtes Stupsen oder „mitspielen“ wird dann wiederum als Störung interpretiert und nicht geduldet. Was daraus resultiert, kennen wir alle.

 

„Ich komme gleich!“

Nur noch schnell was fertigmachen, nur noch rasch kochen oder noch zwei Minuten telefonieren... Kleinkinder haben dafür kein Verständnis, weil sie mit dem Begriff der Zeit nichts anfangen können. Die Zeiteinteilung haben wir Erwachsene uns überlegt, damit wir es selber schaffen, den Tag zu koordinieren – wie soll ein 2- oder 3-jähriges Kind damit umgehen?

Von dieser Seite betrachtet, ist es nachvollziehbar, dass es nichts bringt, um Geduld oder eben die 3 Minuten zu bitten, die wir noch brauchen.

 

Naomi’s Tipps gegen Geschwisterstreit:

  • Lass die Kinder nicht allein!
  • Wenn Du kurz rausgehst, dann nicht zu lange!
  • Lass sie wissen, dass Du da bist!

 

Was, wenn es schon kracht? – Geschwisterstreit begleiten und auflösen

Keinesfalls Partei ergreifen!
Stell dir vor, sie haben beide Recht. Lass dir die Situation einzeln und in Ruhe erklären. Hör so lange zu, wie notwendig. Dazwischen kann man das Gesagte wiederholen, um zu verdeutlichen, dass man die Schilderung verstanden hat. Das Kind darf so lange erzählen, wie es will und bis es wirklich fertig ist!
Wenn das andere Kind unterbricht, dann sachlich, aber deutlich darauf hinweisen, dass es nicht unterbrechen soll, es hat dann selber die Gelegenheit, so lange zu erzählen, wie es will.
Dann darf der andere erzählen. In Ruhe und so ausführlich und lange, wie er oder sie wiederum will. Nicht unterbrechen lassen. Wenn das erste Kind noch etwas sagen will, kommt es danach nochmal zu Wort – wieder so lange es braucht.

Das ist eine Möglichkeit, den Kindern auf Augenhöhe und völlig unparteiisch zu begegnen. Ohne zu schimpfen und ohne ein Urteil zu fällen ist die Situation am Ende ausgesprochen und aufgelöst, weil jeder angehört wurde.

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