So nimmt dein kleiner Muffel garantiert seine Arznei!

Tipps für stressfreie Medizineinnahme mit dem Baby

22.Apr 2019
Deutsch

Es kommt auf mehrere Faktoren an, wie dein Sprössling auf Arzneimittel reagiert. Etwa auf das Ausmaß der Symptome, Dauer und Intensität der Krankheit, und nicht zuletzt auf die Beschaffenheit der Medizin. Außerdem hat dein kleiner Liebling von Anfang an einen eigenen Willen und ist verständlicher Weise in einer Ausnahmesituation nicht für alles zu haben. Gewiefte Tricks kommen da nicht gut an. Vor allem, wenn du es schlau durch die Hintertür versuchst – also auf Ideen kommst, wie dem Baby die Nase zuhalten und blitzschnell die Arznei einflößen. Ein Überraschungsmoment kann ansonsten super Spaß machen, nur nicht unbedingt bei einem kranken kleinen Kerlchen. Wichtig ist, dass dein Kind niemals das Vertrauen darin verliert, dass du nur das Beste im Schilde führst.

So nimmt dein kleiner Muffel garantiert seine Arznei!

Foto: Shutterstock

Keine Sorge, im Normalfall weist dir dein Bauchgefühl die richtige Richtung!
Hat dein Kleines Mühe eine bestimmte Medizin einzunehmen, oder es spuckt ein Präparat sofort wieder aus, dann solltest du der Sache unbedingt mit deiner Kinderärztin auf den Grund gehen. Speziell wenn das Gefühl auftaucht, du bist der Situation nicht mehr gewachsen und alles entgleist! Jeder Experte wird dir ein entsprechendes Ersatzmittel anbieten, zusammen mit der exakten Angabe zur richtigen Anwendung.

Als Mama oder Papa musst du bei kranken Kindern deine Überredungskünste besonders einsetzen. Das beginnt schon im Babyalter. Wie das geht? Hier unsere Ideen dazu:

  • Handelt es sich „nur“ um einen lästigen Schnupfen, dann können bewährte Hausmittel das Baby rasch beruhigen und die Symptome mildern. Säfte und flüssige Medikamente kannst du mit einigen Hilfsmitteln richtig dosieren, und so dem Baby oder Kleinkind verabreichen: Besorge einen Medizinsauger (Medikamentenschnuller), dies vereinfacht die Sache ungemein! (Tipp: im Falle des Falles tut es auch der Fläschchensauger!) oder Verwende eine Pipette aus der Apotheke: damit gelingt es selbst bittere, geschmacksintensive Medizin möglichst rasch in den Babymund zu versenken. Babys Saugreflex dabei nutzen! Am besten die Arznei zur Mitte der Zunge geben, denn da gibt es weniger Geschmacksrezeptoren. Ein Versuch mit dem Einrühren bitterer Arznei in Fruchtsaft oder etwas Fruchtmus kann sich lohnen. Sollte aber keinesfalls die Wirkung beeinträchtigen (siehe Beipacktext und ärztliche Angaben).

  • Halte das Köpfchen des Babys in etwa einem 45 Grad Winkel, damit es sich nicht verschluckt und nichts überläuft.

  • Sollst du Medizin in die Augen tropfen - keine Panik! Gib die vorgesehene Menge in den inneren Augeninnenwinkel des geschlossenen Auges und ziehe danach das untere Lid vorsichtig herunter. Die Tropfen verteilen sich quasi von selbst im Bindehautsack, sobald das Kind blinzelt. Dabei kannst du nicht überdosieren, denn was nicht aufgenommen werden kann, läuft an der Wange herunter.

  • Bei der Verabreichung von Ohrentropfen lege das Baby behutsam in Seitenlage auf deinen Schoß. Nimm dazwischen ausreichend Wartezeit, wenn du beide Ohren behandeln musst, und massiere zur Beruhigung die kleinen Füße, Hände oder streichle den Rücken.

  • Pucken während der Verabreichung bitterer Medizin: rudert dein Kleines tendenziell mit Armen und Beinchen, und es ist an das Pucken gewöhnt, dann hilft das immens!
  • Für die Anwendung von Zäpfchen gibt es jede Menge Tipps. Wichtig dabei ist, dass der Darm vor der Gabe entleert wurde. Ein Zäpfchen löst sich durch Körperwärme auf. Deshalb das gekühlte Medikament ein wenig zwischen den Fingern rollen und vorwärmen, oder kurz unter warmes Wasser halten. Drückt dein Kleines das Zäpfchen trotzdem wieder raus, dann führe es umgedreht, mit dem stumpfen Ende voran ein. Aber nur, wenn das keinesfalls den After verletzt! Eventuell kurz beide Pobacken sanft zusammendrücken, damit das Ding nicht wieder rausgleitet. Zur Fiebersenkung kannst du aber als Alternative auch Wickel oder Globuli ausprobieren.
     

Eines ist sicher: dein kleiner Schützling soll sich speziell in der verletzlichen Zeit während einer Krankheit gut aufgehoben fühlen. Du wirst dich dabei von Mal zu Mal in deiner Rolle als Krankenpflegerin oder -pfleger sicherer fühlen. Sobald die ersten Kita-Viren plagen, bist du darin sattelfest und dein Kleines vertraut dir, wenn du mit einer Arznei anrückst. Ist es bei der Einnahme trotzdem zickig, nimm die Ausraster am besten mit Humor!

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