So schön kann eine Geburt sein

Blog Gastartikel: Daniela von Die kleine Botin

30.Jul 2019
Deutsch

Gastbloggerin Daniela von Die kleine Botin erinnert sich an die traumhafte Geburt ihrer zweiten Tochter, die einen wunderschönen, selbstbestimmten Weg auf diese Welt gefunden hat. In ihrem Gastartikel gibt sie dir heute einen intimen Einblick über das Geschehene und erzählt warum diese Geburt so besonders war.

Schlafendes Neugeborenes

Der errechnete Geburtstermin lag nun schon 4 Tage hinter uns und es war klar, dass es bald so weit sein würde. Ich wurde recht schnell geweckt. Am 2. April 2014, um 6:15 schaute ich das erste Mal auf die Uhr. Typische, ziehende Schmerzen im Unterleib sagten es untrüglich voraus, heute würde meine Tochter auf die Welt kommen. Ich blieb noch etwas liegen, versuchte mich zu entspannen. Doch nach etwa 20 Minuten kamen weitere deutlich spürbare Kontraktionen. Es waren eindeutig die ersten Wehen.

Die noch langen Pausen nutzte ich zum Duschen und dazu, die Jause meiner Großen für den Kindergarten vorzubereiten. Den Papa und meine Tochter habe ich wie immer um 7:30 geweckt und ihnen kurz erzählt, was hier los ist....

Mein Mann hat die zukünftige große Schwester in den Kindergarten gebracht. Ich habe es mir auf und neben der Couch bequem gemacht, in der nächsten Wehenpause die Hebamme angerufen und dann gewartet, geatmet und mich an die wohltuenden Meditationsübungen aus dem Hypnobirthing-Kurs erinnert und diese auch gleich so gut es ging durchgeführt. Die Hebamme und mein Mann sind dann recht zeitglich kurz nach 8:00 angekommen. Eine kurze Untersuchung ergab, dass der Muttermund bereits 8 bis 10 cm offen war! Höchste Zeit also, sich ins nahe Spital zu begeben.

Mein Mann nahm die Tasche und mich an der Hand und wir gingen ins Freie. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde: Die frische Luft, die zwitschernden Vögel, die blühenden Bäume und die sanft wärmende Frühlingssonne waren perfekt, um ein neues Leben begrüßen zu können. Gestärkt und beseelt von diesen Gedanken beschloss ich, den kurzen Weg zum Spital zu Fuß zu gehen. Es befindet sich nur zwei Gassen entfernt und es war so eine positive Stimmung in der Luft. Nach nur zwei Pausen zum Atmen der inzwischen recht starken und sehr regelmäßigen Wehen, kamen wir an. Die Formalitäten erledigte mein Mann, sodass wir uns sofort im Kreißsaal niederlassen konnten. Meine Hebamme wich mir nicht mehr von der Seite, bereitete das Nötigste vor und ließ die Geburtswanne ein.

Kaum saß ich im warmen Wasser, ließen die mittlerweile sehr heftigen Schmerzen sofort nach und ich konnte mich darauf konzentrieren, was mein Körper wohl intuitiv machte und nur mit sanften Worten von der Hebamme angeleitet wurde. Atmen – ausruhen – atmen - .... Dann gab sie mir den leichten, aber bestimmten Hinweis, dass nun die Presswehen bevorstanden und ich schon mitarbeiten konnte!

Also hieß es Kraft sammeln, einatmen und nach nur zwei kräftigen Presswehen machte sich meine Kleine auch schon auf den Weg. Sie wurde um 9:20 im Wasser geboren, drehte sich selbständig und tauchte mit leichter Hilfe der Hebamme auf in unsere Welt.
Das waren so unglaublich kraftvolle, energiegeladene und zauberhafte Momente!
Ich war völlig im Rausch der Hormone und unendlich im Glück! Ein zweites, gesundes Baby zu haben, ist ein Geschenk.

Nur ein paar Stunden danach sind wir als neue Familie wieder nachhause gekommen und schon am nächsten Tag haben sich die Schwestern kennengelernt.

Doch die Zeit nach der Geburt eines Geschwisterkindes ist nicht immer einfach, man muss sich erst neu ausrichten und eine Mitte finden. Wie wir diese Phase dann letztendlich gemeistert haben, erfährst du in diesem Gastartikel von mir.
 

Foto: Shutterstock

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