Speckröllchen? – Bei Babys gar kein Problem!

Blog Gastartikel: Juli von Doppelkinder

16.März 2020
Deutsch

Mamas müssen nicht immer rational denken – Mamas von Säuglingen erst recht nicht, findet Juli vom Blog Doppelkinder. Bei all der Liebe und all den Hormonen darf man schon mal stolz auf die Fähigkeiten der eigenen Kinder sein – auch wenn es sich dabei nur um die Fähigkeit des Babys handelt, an Gewicht zuzulegen und so Speckröllchen an den Oberschenkeln zu bilden.

Familie im Bett

Foto: Doppelkinder

Fast vor Stolz geplatzt

Mama sein hat in vielen Fällen nichts mit Rationalität zu tun – Babymama sein erst recht nicht. Daran wurde ich kürzlich erinnert als ich mit unserem neuen Baby zum ersten Mal bei der Kinderärztin war. Was war meine mütterliche Brust vor Stolz geschwollen! Nicht einfach nur, weil ich ein Baby habe – Nein! Insbesondere, weil ich ein solch properes Baby mit richtigen Speckröllchen habe! Erst fünf Wochen alt und schon fünfeinhalb Kilo schwer. Um ein Haar wäre ich vor der Behandlungsliege vor Stolz geplatzt.

Und was war das Baby ruhig und freundlich! Ruhig und freundlich und noch dazu wohlgenährt, ich fühlte mich eine halbe Stunde lang wie eine Klassenbeste sich wohl fühlen muss – ich kenne mich damit nicht aus, ich war niemals Klassenbeste. Ich war jedenfalls emotional völlig von den Socken wegen dieses hinreißenden Geschöpfes, das aus mir hervorgekommen ist. Und doch ereilte mich zwischen diesem hormonumnebelten Gefühlstaumel doch ein zarter Windhauch meines Verstandes, der mich erkennen ließ, wie irrational dieser Stolz ist und ich musste über mich selbst lachen.
 

Eine Frage des Gewichts?

Offenbar ist es bei mir irgendeine Sache mit dem Gewicht, denn schon bei den Zwillingen war ich stolz wie Bolle, dass sie für Mehrlinge so stattliche Grammzahlen auf die Waage brachten – wohlwissend, dass mein willentlicher Einfluss darauf gleich Null war. Allerdings beschränkt sich diese Gewichtssache auf die Babys. Ich persönlich bin gerade froh, dass ich nicht so häufig gewogen werden wie der Nachwuchs. Ich zähle nämlich leider nicht zu den Frauen, die einen Still-BH nur freundschaftlich anblicken und schon purzeln die Pfunde. Meine Schwangerschaftskilos fühlen sich stets so wohl bei mir, dass sie gerne noch eine ganze Weile bei mir bleiben. Und nicht nur das, Sie laden sich auch immer ein paar befreundete Stillreserven ein, um auch wirklich sicher zu gehen, dass das stattliche Gewicht des Nachwuchses auch im Falle einer Lebensmittelknappheit gewährleistet bliebe.

Für die Information, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Lebensmittelknappheit zu befürchten ist, ist mein Körper nicht zugänglich. Mir schmeckt’s und er hortet. Naja, man kann eben nicht alles haben: wohlgenährte Babys und einen Körper, der nach der Schwangerschaft aussieht als sei nichts gewesen. Aber auch da ist ein rundliches Baby vielleicht von Nutzen, möglicherweise lässt es mich schlanker wirken.
 

Mehr oder weniger Speckröllchen

Wie irrational allerdings das Gehirn einer Säuglingsmama sein kann, das bekam meine Hebamme neulich zu spüren. Das rundliche Baby fühlte sich plötzlich so leicht an. Und waren da neulich nicht noch mehr Speckringe an den Oberschenkeln? Die Hebamme hörte gar nicht mehr auf zu lachen, als sie auf meine Sorge hin irgendwie versuchte, das wohlgenährte Kind in die Stofftasche ihrer Waage zu bugsieren – ein nahezu auswegloses Unterfangen, das Baby war schlichtweg zu voluminös geworden.

Ich habe mich dann heimlich mit ihm auf unsere Personenwaage im Badezimmer gestellt. Um festzustellen, dass alles seinen gewohnten Lauf nimmt: Das Baby nimmt zu, die Mama nicht ab – Kontinuität hat ja irgendwie auch etwas Beruhigendes im aufregenden Elternleben. Und abnehmen kann ich ja auch noch, wenn ich irgendwann stolz einem laufenden Kleinkind hinterherrenne.

Falls du anderer Meinung bist und dir ein paar aufmunternde Worte gut tun würden, heitere ich dich gerne auch noch etwas mit diesem Artikel über das Mama sein auf.

Sende diese Seite an einen Freund