Sport in der Schwangerschaft

Was gilt es zu beachten?

22.Mai 2020
Deutsch

Bewegung tut gesunden Menschen gut – auch gesunden Schwangeren. Schließlich fördert eine gewisse Fitness und Beweglichkeit eine leichtere Geburt und vor allem eine raschere Erholung. Dennoch sollten Schwangere besonders achtgeben und können (auch abseits von Corona-Maßnahmen) nicht jede Sportart betreiben. Aber worauf sollte man aufpassen?


Foto: Shutterstock 

Vom Couchpotato zur Marathonläuferin?

Bewegung ist grundsätzlich positiv, aber dennoch gilt: Wer vorher unsportlich war, sollte es schwanger nicht plötzlich übertreiben. Das Herz-Kreislaufsystem ist bereits durch die Schwangerschaft, hormonell bedingte Veränderungen und eine gesteigerte Blutmenge belastet. Absolut ungewohnte Sportarten oder eine viel höhere Intensität als sonst können leicht zu Verletzungen führen und auch das Risiko einer Fehlgeburt steigern.

Möglichkeiten, sich körperlich fit zu halten, gibt es dennoch viele. Statt jetzt z.B. mit dem Laufen anzufangen, ist zur Schonung der Gelenke und des Kreislaufs Nordic Walking eine gute Wahl.

Sprich auf alle Fälle vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber, ob und welchen Sport du machen kannst!

 

Vorteile von Sport in der Schwangerschaft

Sich zu bewegen zahlt sich auf alle Fälle aus, denn die Liste der Vorteile ist lang:

  • Schwangerschaftsbeschwerden werden reduziert
  • Förderung des Herz-Kreislauf-Systems und der Lungenfunktion
  • Geringeres Risiko von Schwangerschaftsdiabetes
  • Weniger Gewichtszunahme
  • Besserer Schlaf
  • Weniger Stimmungsschwankungen
  • Leichtere Geburt
  • Bessere Werte des Kindes nach der Geburt (APGAR-Score)
  • Vorbeugung von Rückenschmerzen
  • Geringeres Präeklampsie-Risiko
  • Weniger Krampfadern und
  • Geringeres Thromboserisiko

 

Sport im Verlauf der Schwangerschaft

Im ersten Trimester ist es für viele Schwangere schwierig, überhaupt an Sport zu denken. Müdigkeit, Übelkeit und schmerzende Brüste sind eben nicht die beste Voraussetzung – auch bei größter Sportlichkeit und Motivation. Wenn es dir gut geht, spricht nach dem ärztlichen OK in den meisten Fällen aber nichts dagegen, Sport zu machen.

Im zweiten Trimester ist die Übelkeit oft weg, der große Bauch noch nicht im Weg – die beste Zeit der Schwangerschaft, um sich fit zu halten

Je näher die Geburt rückt, umso schwieriger wird es für viele Schwangere, wenn es um Bewegung geht: der Bauch ist groß und schwer, die Haut kann spannen, das Kind drückt auf die Blase und andere innere Organe. Am Rücken zu liegen kann sehr unangenehm sein, da die untere Hohlvene abgeklemmt werden kann und auf Grund der lockeren Bänder und Gelenke kann es leichter zu Verletzungen kommen. Oft müssen sportliche Schwangere nun einen Gang zurückschalten. Yoga-Einheiten und spezielle Schwangerschaftsgymnastik sind aber für viele immer noch eine angenehme Erfahrung.

Kläre jedenfalls mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin, welchen Sport du schwanger machen kannst.

 

Weniger geeignete Sportarten

Nicht empfehlenswert sind Sportarten, bei denen es leicht zu Stürzen und Schlägen in den Bauch kommen kann wie z.B. beim Mountainbiken oder Skifahren, aber auch das Reiten kann gefährlich sein. Erschütterungen, Sprünge und plötzliche „Stop & Go“ Bewegungen wie sie z.B. beim Squash oder Tennis vorkommen, können das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Ballsport mit viel Körperkontakt, wie bei diversen Mannschaftssportarten, ist für Schwangere ebenfalls nicht ratsam. Eine starke Belastung des Kreislaufs und/oder der Gelenke bei exzessivem Ausdauersport (Marathon, Triathlon) oder beim Wandern mit starkem Höhenunterschied sowie beim Tauchen kann ebenfalls problematisch sein. Deinen Bewegungsdrang ausleben und fit bleiben kannst du aber so:

 

Für Schwangere geeignete Sportarten

  • Nordic Walking, Wandern ohne großen Höhenunterschied
  • Laufen (wenn du geübt bist)
  • Pilates
  • Schwimmen, Aqua-Gymnastik
  • Krafttraining (wenn du geübt bist, sonst leichte Kräftigungsübungen nach ärztlicher und/oder physiotherapeutischer Anweisung, professionelle Trainer und Trainerinnen können nach ärztlicher Absprache auch geeignete Übungen zusammenstellen)
  • Schwangerschaftsgymnastik
  • Radfahren (in der Spätschwangerschaft vorzugsweise aber auf dem Hometrainer um das Sturzrisiko zu vermeiden)
  • Hometrainer (Rad, Stepper, Laufband)
  • Yoga
     

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist das Angebot, sich auch zu Hause fit zu halten, enorm gestiegen. Du findest nicht nur jede Menge auf YouTube, sondern kannst dich auch in deiner Gegend umsehen und umhören, welche Studios, Trainer oder Vereine online Fernkurse anbieten.

 

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Quellen:

https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft/gesund-schwanger/schwangerschaft-sport

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