Stadt oder Land? Wo ist es für Mama und Baby schöner?

Blog Gastartikel: Katharina von Stadt Land Mama

10.Sep 2019
Deutsch

Die Ruhe des Landlebens oder doch lieber der Trubel der Großstadt? Wo ist es für Mama und Baby am schönsten? Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama hat als Mama beides erlebt und findet: Stadtleben sowie Landleben haben ihre Vorteile – aber eben auch Nachteile. Im aktuellen Gastartikel schreibt Katharina über ihre Erfahrungen.

Mamas mit Buggys

Einmal vorab meine Kurz-Biografie: Ich bin geboren in einer 35.000 Einwohner-Stadt, später umgezogen in einen 400 Seelen Ort. Beides fand ich gähnend langweilig und sobald ich mein Abi in der Tasche hatte, packte ich die Koffer und düste nach Hamburg. Endlich Großstadt, endlich Anonymität, kein „Bist du nicht die Tochter von…“, endlich Trubel, endlich Läden, die bis Mitternacht geöffnet haben. Das alles habe ich inhaliert, aufgesogen und genossen. Vor zwölf Jahren dann wurde es noch größer: Jobbedingt zog ich nach Berlin, natürlich mittenrein, nur wenige Meter entfernt von einer großen Kreuzung, unter uns ein Döner-Laden, überall Leben. Warum auch nicht?

Dann bekam ich ein Kind und zum ersten Mal dachte ich darüber nach, ob wir vielleicht umziehen sollten – was wir aber erst dreieinhalb Jahre später und mit noch einem Kind mehr taten. Weil das Stadtleben auch durchaus Vorteile hat. Heute lebe ich am Stadtrand Berlins, es ist schon fast dörflich und hat ganz andere Qualitäten als unser früherer Wohnort. Auch hier habe ich noch ein Kind geboren, daher kann ich also wirklich gut beurteilen, wo es mit Baby schöner ist. Im Trubel oder in der Ruhe? Hier meine Erfahrungen:
 

Vorteile einer Stadt

Windeln vergessen? Halb so schlimm, die nächste Drogerie ist ja um die Ecke. Und auch der Supermarkt hat lange offen, falls die stillende Mama dringend noch ein paar Kekse braucht. Ich fand es toll, dass alles um die Ecke ist und, dass es so viele Angebote für frischgebackene Mamas gibt: PEKIP, Babyschwimmen, Rückbildungsgymnastik... Das alles war zu Fuß erreichbar und dort konnte ich ganz einfach Kontakt zu anderen Mamas knüpfen. Und weil keiner einen eigenen Garten hat, traf man sich jeden Tag auf dem Spielplatz. Einsam konnte man so kaum sein – und das war einfach nur toll!
 

Nachteile einer Stadt

Immer genau dann, wenn das Baby im Kinderwagen eingeschlafen war, rauschte ein Krankenwagen mit Martinshorn an mir vorbei, und das Baby war wieder wach. Wie mich das genervt hat! Und als das Kind dann die ersten Schritte lief, fiel mir auf, wie dreckig es ist. Überall Scherben, Hundehaufen, dazu all die viel befahrenen Straßen. Ich wollte, dass mein Kind einfach mal rennen kann. Doch das war praktisch unmöglich.
 

Vorteile vom Land

Diese Ruhe – himmlisch! Ausgedehnte Spaziergänge im Grünen, viel weniger Lärm. Das entschleunigte mich und irgendwie auch alle anderen. Ich habe das Gefühl, hier sind alle weniger gehetzt, sind freundlicher und nicht so schnell genervt, wenn das Kind an der Supermarkt-Kasse einen Bock-Anfall bekommt. Und natürlich haben wir jetzt einen Garten, die Kinder können dort spielen und ich muss nicht mehr unseren halben Hausstand mit auf den Spielplatz schleppen. Ach ja, die gröhlenden Studenten, die nachts um vier an meinem Schlafzimmerfenster nach Hause stolperten, vermisste ich übrigens auch nicht.
 

Nachteile vom Land

Sich „mal schnell“ auf einen Kaffee treffen ist vorbei. Für die meisten Strecken brauche ich nun das Auto. Ich wohne nicht mehr im Szene-Viertel. Hier gibt es nicht nur junge Eltern – man muss schon gezielt Ausschau nach Gleichgesinnten halten. Manchmal fehlt mir die Leichtigkeit, das Schaufenster-Bummeln. Manchmal vermisse ich es, auf einer Parkbank zu sitzen und Hipster anzugucken. Ich war lange nicht mehr im Museum und die angesagten Clubs kenne ich nur noch vom Hörensagen. Ja, manchmal ist es mir ein bisschen zu ruhig.

Tatsächlich war es so, dass ich jedes Kind in einer anderen „Wohnphase“ bekommen habe - Kind 1 in Berlin Mitte, nach Kind 2 stand der Umzug an und mit Kind 3 waren wir schon voll im Grünen angekommen. Jede Zeit war besonders, jede Zeit war gut so.

Und wie sich meine drei Schwangerschaften demnach ebenfalls unterschieden haben, kannst du hier nachlesen.
 

Foto: Shutterstock

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