Startprobleme vor und nach der Geburt

Von Schwangerschaftsdepression bis zum Baby Blues

21.Nov 2017
Deutsch

Auch wenn es die gesellschaftlichen Normen gerne anders vorgeben würden: Glücklich zu sein kann nicht erzwungen werden. Schon gar nicht, wenn du eben erfährst, dass du unerwartet schwanger bist. Und sich plötzlich eine Achterbahn der Gefühle in dir breitmacht. 

Fakt ist: leider wird nicht unbedingt jede Schwangerschaft von perfekten Umständen begleitet. Was vom Kreis der Familie und Freunde womöglich als Selbstverständlichkeit eingefordert wird – Glückseligkeit auf Knopfdruck - kann im Einzelfall auch das totale Schlamassel sein. 

Startprobleme vor und nach der Geburt

Foto: Shutterstock

Die gute Nachricht ist, dass es sich bei depressiven Verstimmungen ganz einfach um Startprobleme handeln kann. Und das gilt für die unterschiedlichsten Phasen der Schwangerschaft geauso, wie für einen möglichen Baby Blues nach der Geburt. Was steckt dahinter? Wir sind der Sache ein wenig nachgegangen.

 

Wie kommt es zu Schwangerschaftsdepression?

Mal abgesehen von Lebensumständen oder Rahmenbedingungen, die vielleicht nicht ideal sind: schon zu Beginn der Schwangerschaft wandelt sich deine Körperchemie - also dein Hormonhaushalt - enorm. Das kann sich in manchen Fällen wie das typische prämenstruale Syndrom (PMS) vor deinen Tagen auswirken.

Es ist jetzt eindeutig eine Schärfung deiner Sinneswahrnehmung im Gange. Die überraschend eintretende Sensibilität auf Gerüche, Lärm und andere äußere Einflüsse kann zu körperlichen Reaktionen wie Übelkeit und Migräne führen. Dies wiederum kann dann auch schnell mal zu Schwankungen in deiner Gefühlswelt führen.

 

Wie soll ich mit plötzlichen Stimmungsschwankungen umgehen?

Das Zitat von Goethe „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ trifft oft perfekt auf Schwangere zu. Denn beide Gefühle können nun nahezu zeitgleich in dir entstehen. Eine überwiegende Mehrheit aller Mamas in spe erlebt eine leicht depressive Phase. Richtig bitter wird es aber für diejenigen, bei denen der Zustand länger andauert. Und nach der Geburt zum Baby Blues oder gar zur postnatalen Depression (PPD) wird.

Dein Partner zum Beispiel, kann deine Veränderungen nur als Außenstehender wahrnehmen. Er hat vermutlich Mühe damit umzugehen. Denn er macht sich selbst Gedanken darüber, wie künftig euer Leben mit Baby aussehen wird. Und seine Überlegungen können auch für ihn selbst beängstigend sein. Es ist also nur zu verständlich und vollkommen normal, dass nun zwischenmenschliche Konflikte verstärkt entstehen können.

Nimm die Gefühlsschwankungen so gelassen wie möglich an. Das wird dir den Umgang mit schwierigen Situationen während der Schwangerschaft erleichtern.

Wenn du aber den Eindruck hast, dass du den drastischen Gefühlen nichts entgegnen kannst, solltest du nicht allzu lange zögern. Und dich nach Unterstützung umsehen. Denn eine postnatale Depression (PPD) ist ein bekanntes Phänomen für den professionellen Therapeuten. Er kann dich als Außenstehender gut beraten. Und du wirst Schritt für Schritt dein Vertrauen zu dir selbst und deinem Körper zurückgewinnen.

 

Filmtipp zum Thema Postpartale Depression (PPD):
"Das Fremde in mir"
Drama aus Deutschland, 2008
Darsteller: Susanne Wolff, Johann von Bülow, Maren Kroymann, Hans Diehl
Regie: Emily Atef

 

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